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Übertragung und Schutz Vorbeugung und Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI)

Kondome schützen vor HIV und reduzieren das Risiko einer Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Konkret heißt das: Wer bei eindringendem Vaginal-, Anal- und Oralverkehr Kondome benutzt, kann das Risiko einer Ansteckung mit STI deutlich senken.

Schutzmaßnahmen und Risikomanagement

Über folgende Schutzmaßnahmen können Sie das Risiko einer Ansteckung mit sexuell übertragbaren Infektionen (STI) deutlich senken:

  • Verwendung von Kondomen beim Anal- und Vaginalverkehr
  • Verwendung von Kondomen beim kurzen Eindringen des Penis in Scheide oder Anus während des Vorspiels
  • Herpesbläschen, Feigwarzen und Syphilis-Geschwüre nicht berühren
  • Verwendung von Kondomen bei gemeinsamer Benutzung von Sexspielzeug
  • Impfung gegen Hepatitis A und B sowie gegen HPV

Wer sein Übertragungsrisiko möglichst gering halten will, kann Kondome auch beim Orlaverkehr verwenden.

An den Schutzmaßnahmen wird deutlich: Kondome können das Risiko einer Ansteckung mit STI deutlich senken. Ganz verhindern können sie eine Ansteckung jedoch nicht. Das liegt vor allem an zwei Gründen:

  • Einige STI können bereits über engen Hautkontakt übertragen werden.
  • Ansteckende Hautveränderungen wie Herpesbläschen, Syphilis-Geschwüre und Feigwarzen liegen häufig außerhalb der durch das Kondom geschützten Körperstellen und sind nicht immer sichtbar.

Daher kann es trotz Beachtung aller Schutzmaßnahmen zu einer Ansteckung mit STI kommen. Achten Sie daher auf Ihren Körper und gehen Sie bei auffälligen Veränderungen wie Brennen beim Pinkeln oder Ausfluss aus Scheide, Penis oder Po zu einem Arzt oder einer Ärztin ihres Vertrauens. Denn rechtzeitig behandelt sind die meisten STI heilbar. Unbehandelt können STI jedoch Schmerzen beim Sex auslösen und Ihre Gesundheit auf Dauer schwer schädigen.

Kondome & Co: Der beste Schutz vor STI

Die Verwendung von Kondomen und Frauenkondomen beim Vaginal- und Analverkehr schützt vor HIV und senkt das Risiko einer Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Zusätzlich schützen sowohl Kondome als auch Frauenkondome vor ungewollter Schwangerschaft oder Vaterschaft. Dental Dams senken das Übertragungsrisiko für STI beim Oralverkehr mit der Frau und bei anal-oralem Sex.

Kondome

Kondome bestehen aus hauchdünnem, reißfestem Latex. Sie sind um ein vielfaches dünner als die menschliche Haut. Bei passender Größe und richtiger Anwendung bieten Kondome den besten Schutz vor STI.
Informationen zu Kondomen

Frauenkondome

Als "Kondom für die Frau" gibt es u.a. das Femidom. Bei richtiger Anwendung sind Frauenkondome genauso sicher wie Kondome für den Mann. Femidome sind übrigens auch eine gute Alternative zum Kondom, wenn der Mann die Erektion beim Aufziehen eines Kondoms nicht halten kann.
Informationen zu Frauenkondomen

Dental Dams

Wird eine Frau oral befriedigt, so kann sich der Sexualpartner oder die Sexualpartnerin durch einen Dental Dam vor STI schützen. Der Dental Dam wird auf die Scheide gelegt und verhindert so die Aufnahme von Vaginalsekret und Menstruationsblut in den Mund. Dental Dams können auch bei anal-oralem Sex das Risiko einer STI-Übertragung verringern. Dental Dams bekommt man in Apotheken. Als Alternative zu Dental Dams kann man auch ein aufgeschnittenes Kondom benutzen.

Hygiene

Folgende Hygieneregeln können das Risiko einer Ansteckung mit sexuell übertragbaren Infektionen (STI) deutlich senken:

  • Nach Fingerspielen Hände waschen.
  • Vor jeder Weitergabe ein neues Kondom über den Dildo ziehen.
  • Nicht mit anderen in denselben Gleitmitteltopf greifen. Sonst besteht die Gefahr, dass STI-Erreger ins Gleitmittel gelangen und über Schmierinfektion an andere weitergegeben werden.
  • Gegenstände, die blutende Verletzungen hervorrufen können, am besten immer nur bei einer Person verwenden. Werden die Gegenstände mit mehreren Personen benutzt, müssen sie mit Wasser und Seife gründlich abgewaschen und danach mit einem handelsüblichen, möglichst schleimhautfreundlichen Desinfektionsmittel behandelt werden. Erst danach können sie bei einer anderen Person wieder verwendet werden.

Körperhygiene

Wer seinen Körper pflegt, entwickelt ein gutes Körpergefühl und nimmt Krankheitszeichen schneller wahr. Sexuell übertragbare Infektionen (STI) werden schneller entdeckt und können behandelt werden.

Übertriebene Körperhygiene ist jedoch schädlich und kann dazu führen, dass Schleimhäute für STI-Erreger durchlässig werden. So können Scheidenspülungen und Intimsprays den ausgeglichenen Bakterienhaushalt der Scheide schädigen. Die Scheide trocknet aus und STI-Erreger können leichter eindringen. Das Ansteckungsrisiko steigt. Verzichten Sie daher auf Scheidenspülungen und Intimsprays.

Im Urlaub und auf Reisen

Da sexuell übertragbare Infektionen (STI) weltweit stark zugenommen haben, kommt so mancher Urlauber nicht nur mit schönen Erinnerungen, sondern auch mit einer STI nach Hause zurück. Um auch im Urlaub und auf Reisen das Risiko einer Ansteckung mit STI möglichst gering zu halten, empfehlen wir daher folgendes:

  • Packen Sie Markenkondome und Gleitmittel mit in den Koffer. In vielen Urlaubsregionen findet man Kondome und Gleitmittel nicht in der erwarteten Qualität oder der passenden Größe. Mancherorts kann man auch gar keine kaufen.
  • Verwenden Sie zu Ihrem Schutz bei sexuellen Kontakten mit neuen Partnern auch auf Reisen und im Urlaub stets Kondome - immer und unabhängig von Ihrem Reiseziel.

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Weitere Informationen

Warum nur ein Kondom in der passenden Größe sicher schützt, wie Sie die passende Kondomgröße ermitteln können und alles zur richtigen Kondomanwendung erfahren Sie hier:

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