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Wichtige STI und ihre Symptome Gonorrhö (Tripper)

Gonorrhö ist eine der weltweit häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Gonorrhö verursacht häufig keine Beschwerden und bleibt in der Folge oft unentdeckt. Treten Beschwerden auf, so ist ein eitriger Ausfluss aus Penis, Scheide oder Po charakteristisch. Mit einer gezielten Antibiotikatherapie ist die Gonorrhö heilbar.

Erreger

Gonorrhö wird durch die Übertragung von Gonokokken verursacht. Gonokokken sind Bakterien, die alle beim Sex beteiligten Schleimhäute besiedeln können.

Verbreitung in Deutschland

Gonorrhö gehört zusammen mit HPV- (Feigwarzen), Chlamydien- und Trichomonaden-Infektionen zu den weltweit häufigsten STI. In Deutschland besteht keine Meldepflicht für Gonorrhö. Die genaue Anzahl der Infektionen lässt sich daher für Deutschland nicht einschätzen. Zu den Hauptbetroffenengruppen gehören Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, Männer, die Sex mit Männern haben und Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter.

Meldepflicht

Es besteht keine Meldepflicht.

Übertragungswege

Gonorrhö ist eine ausgesprochen ansteckende STI, die bereits bei gegenseitiger Selbstbefriedigung übertragen werden kann. Ansteckend sind der oft eitrige Ausfluss aus Scheide, Penis oder Po, sowie von Gonokokken besiedelte Schleimhäute.

Die Übertragung kann auf drei Wegen stattfinden: der Ausfluss gelangt auf gesunde Schleimhäute, infizierte Schleimhäute kommen direkt mit gesunden Schleimhäuten in Berührung oder die Gonokokken werden beim Sex über Finger und Hände auf die gesunden Schleimhäute übertragen (Schmierinfektion).
Außerhalb menschlicher Schleimhäute sind Gonokokken nicht lange ansteckend. Eine Übertragung beispielsweise über den Toilettensitz ist daher nicht möglich.

Hauptübertragungswege der Gonokokken-Infektion sind

  • Anal- und Vaginalverkehr ohne Kondom
  • gemeinsame Benutzung von Sexspielzeug ohne Kondom
  • ungeschützter Oralverkehr und oral-analer Sex

Prävention

Schutzmaßnahmen, die das Risiko einer Gonokokken-Infektion senken können

  • Verwendung von Kondomen beim Anal- und Vaginalverkehr
  • Verwendung von Kondomen beim kurzen Eindringen des Penis in Scheide oder Po während des Vorspiels
  • Verwendung von Kondomen bei gemeinsamer Benutzung von Sexspielzeug (vor jeder Weitergabe ein neues Kondom verwenden)

Wer das Ansteckungsrisiko weiter senken möchte, verwendet Kondome auch beim Oralverkehr.

Eine hundertrprozentigen Schutz vor einer Ansteckung gibt es allerdings nicht, weil Gonokokken beim Sex sehr leicht übertragen werden. So kann es trotz der Schutzmaßnahmen zu einer Infektion kommen. Achten Sie daher auf ihren Körper und lassen Sie sich im Zweifelsfall ärztlich untersuchen.

Inkubationszeit

Sind die Schleimhäute des Penis von Gonokokken besiedelt, so liegen zwischen Infektion und Auftreten der ersten Symptome meist 2-8 Tage.

Symptome

Gonorrhö verursacht häufig keine Krankheitsbeschwerden. So spüren etwa 50% der Frauen und 25% der infizierten Männer keine oder nur geringe Symptome. Wenn Symptome auftreten so sind das unter anderem Ausfluss und Brennen beim Wasserlassen.

Symptome bei der Frau

  • gelblicher Ausfluss aus der Scheide
  • häufiger Harndrang
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Blutungsstörungen und Schmierblutungen
  • Ausfluss aus dem Po

Symptome beim Mann

  • Gelblich-eitriger Ausfluss aus der Harnröhre
  • häufiger Harndrang
  • Brennen beim Wasserlassen

Symptome einer Infektion im Enddarm

Eine Infektion der Darmschleimhaut durch Analverkehr verläuft in 80% bis 90% der Fälle ohne Symptome. Wenn Symptome auftreten, stehen Jucken und Brennen im Vordergrund. Eventuell sind schleimig-eitrige Beimengungen im Stuhl zu beobachten. Möglich sind auch Schmerzen beim Analverkehr

Symptome einer Infektion im Rachen und im Auge

Infektionen der Rachenschleimhaut durch Oralverkehr verlaufen in über 90% der Fälle symptomlos. Wenn Krankheitsbeschwerden auftreten, so werden diese häufig mit einer beginnenden Erkältung verwechselt.

Über eine Schmierinfektion können Gonokokken über die Hände auch auf die Schleimhaut des Auges gelangen. Eine schwerste Bindehautentzündung kann die Folge sein, die ohne sofortige Therapie rasch zur Erblindung führen kann. Bei Verdacht sollte daher unverzüglich ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden.

Krankheitsverlauf und Auswirkungen einer unbehandelten Infektion

Gonokokken-Infektionen der Schleimhäute von Scheide, Harnröhre, Enddarm oder Auge heilen in der Regel nicht von alleine aus. Auch wenn die Symptome nach einiger Zeit zurückgehen oder ganz verschwinden, verbleibt die Infektion im Körper und kann die Gesundheit auf Dauer schwer schädigen. Mit einem wirksamen Antibiotikum behandelt ist die Gonorrhö jedoch heilbar und Folgeschäden können vermieden werden.

Gonorrhö erhöht das Risiko einer HIV-Infektion

Von Gonorrhö betroffene Männer und Frauen können sich leichter mit HIV anstecken. Das liegt vor allem an zwei Gründen: Zum einen werden die Schleimhäute durch die Entzündung für HIV durchlässiger und zum anderen wandern Immunzellen, welche Zielzellen für HIV darstellen, in das Entzündungsgebiet ein.

Spätfolgen einer unbehandelten Gonorrhö für die Frau können sein

  • Entzündung der Gebärmutterschleimhaut, der Eileiter und der Eierstöcke
  • Unfruchtbarkeit
  • gefährliche Eileiterschwangerschaften
  • Mutter-Kind-Übertragung während der Geburt: Gefahr der Erblindung des Neugeborenen

Spätfolgen einer unbehandelten Gonorrhö für den Mann können sein

  • Entzündung von Samenstrang, Samenbläschen und Nebenhoden
  • Unfruchtbarkeit

Bei Männern und Frauen kann eine Gonorrhö in seltenen Fällen über das Blut in den Körper gelangen. Man spricht dann von einer systemischen Infektion. In diesem Fall können Fieber, Gelenkentzündungen oder sogar Herzklappenentzündungen die Folge sein.

Diagnose

Der Test erfolgt über einen Abstrich aus Scheide, Gebärmutterhals, Harnröhre, Po oder Rachen.

Da Infektionen der Darmschleimhaut häufig unbemerkt bleiben, sollte bei Analverkehr auch ein Abstrich von der Darmschleimhaut durchgeführt werden.

Behandlung

Infektionen der Schleimhäute von Scheide, Harnröhre, Darm und Auge werden mit Antibiotika behandelt. Da immer häufiger Gonokokken-Stämme auftreten, gegen die bestimmte Antibiotika nicht mehr wirken, wird vor Beginn der Behandlung die Bestimmung einer Antibiotikaresistenz veranlasst.

Sonstige Maßnahmen

Da Gonorrhö beim Sex sehr leicht übertragen werden kann, sollte bis zum Ende der Behandlung auf Sex verzichtet werden.

Partnerinformation

Informieren Sie ihre Sexpartner bzw. Sexpartnerinnen über die Infektion. Diese sollten sich auch dann auf Gonorrhö testen lassen, wenn sie keine Symptome bemerken. Die Information der Sexpartner bzw. Sexpartnerinnen ist wichtig, damit sich diese im Falle einer Ansteckung behandeln lassen können und so die Infektionskette durchbrochen werden kann.

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