Sie sind hier:

Wichtige STI und ihre Symptome Chlamydien

Chlamydien-Infektionen gehören in Deutschland zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Chlamydien verursachen häufig keine Beschwerden, so dass Infektionen in vielen Fällen unentdeckt bleiben. Ohne Behandlung kann eine Chlamydien-Infektion zu Unfruchtbarkeit führen, mit einem wirksamen Antibiotikum behandelt, ist sie heilbar.

Erreger

Chlamydien-Infektionen werden über die Bakterien Chlamydia trachomatis übertragen.

Verbreitung in Deutschland

Chlamydien gehören zusammen mit HPV, Gonorrhoe (Tripper) und Trichomonaden zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STI) in Deutschland. Betroffen sind vor allem Frauen und Männer unter 25 Jahren.

Meldepflicht

Es besteht keine Meldepflicht.

Übertragungswege

Chlamydien werden durch sexuelle Praktiken übertragen, bei denen es zu direktem Schleimhautkontakt mit erkrankten Schleimhäuten oder infektiösen Körperflüssigkeiten kommt.

Ansteckend sind die mit Chlamydien besiedelten Schleimhäute von Harnröhre, Scheide und Enddarm. Außerdem ansteckend sind die Körperflüssigkeiten Vaginalsekret, Sperma, Urin und Lusttropfen.

Hauptübertragungswege für Chlamydien-Infektionen sind

  • Anal- und Vaginalverkehr ohne Kondom
  • gemeinsame Benutzung von Sexspielzeug ohne Kondom
  • Oralverkehr

Prävention

Schutzmaßnahmen, die das Risiko einer Chlamydien-Infektion senken können

  • Verwendung von Kondomen beim Anal- und Vaginalverkehr
  • Verwendung von Kondomen beim kurzen Eindringen des Penis in Scheide oder Po während des Vorspiels
  • Verwendung von Kondomen bei gemeinsamer Benutzung von Sexspielzeug (vor jeder Weitergabe ein neues Kondom verwenden)

Wer das Ansteckungsrisiko weiter senken möchte, verwendet Kondome auch beim Oralverkehr.

Da Chlamydien beim Sex leicht übertragbar sind, kann es trotz der Schutzmaßnahmen zu einer Infektion kommen. Achten Sie daher auf Ihren Körper und lassen Sie sich im Zweifelsfall ärztlich untersuchen.

Inkubationszeit

Zwischen Infektion und Auftreten der ersten Symptome liegen 1-3 Wochen.

Symptome

Chlamydien-Infektionen verursachen häufig kaum Beschwerden. So spüren etwa 70% der Frauen und 50% der Männer keine oder nur geringe Symptome. Wenn Symptome auftreten so sind das vor allem Ausfluss und Brennen beim Wasserlassen.

Symptome, die auf eine Chlamydien-Infektion hinweisen können

  • Wässrig bis eitriger Ausfluss aus Scheide, Penis oder Po
  • Juckreiz
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen beim Vaginal- und Analverkehr

Symptome einer Infektion im Enddarm

Bei einer Infektion der Darmschleimhaut durch Analverkehr können folgende Symptome auftreten: schleimig-eitriger Ausfluss aus dem Po, Juckreiz, Durchfall ähnliche Beschwerden, Analekzem und Schmerzen beim Analverkehr.

Infektionen der Darmschleimhaut werden häufig nicht bemerkt. Bei Analverkehr ist daher auch ein rektaler Test auf Chlamydien ratsam.

Symptome einer Infektion im Rachen

Infektionen der Rachenschleimhaut durch Oralverkehr verlaufen in der Regel ohne Symptome.

Krankheitsverlauf und Auswirkungen einer unbehandelten Infektion

Chlamydien-Infektionen der Schleimhäute von Scheide, Harnröhre und Darm heilen in der Regel nicht von alleine aus. Auch wenn die Symptome nach einiger Zeit zurück gehen oder ganz verschwinden, verbleibt die Infektion im Körper und kann die Gesundheit auf Dauer schwer schädigen. Mit einem wirksamen Antibiotkum behandelt ist die Chlamydien-Infektion jedoch heilbar und Folgeschäden können vermieden werden.

Eine Chlamydien-Infektion erhöht das Risiko einer HIV-Infektion

Mit Chlamydien infizierte Männer und Frauen können sich leichter mit HIV anstecken. Das liegt vor allem an zwei Gründen: Zum einen werden die Schleimhäute durch die Entzündung für HIV durchlässiger und zum anderen wandern Immunzellen, die Zielzellen für HIV darstellen, in das Entzündungsgebiet ein.

Spätfolgen einer unbehandelten Chlamydien-Infektion für die Frau

Entzündungen von Gebärmutter und Eileiter sind bei etwa 40% der infizierten Frauen Spätfolgen einer unbehandelten Chlamydien-Infektion. Die Entzündungen können zu Verklebungen und Vernarbungen der inneren Geschlechtsorgane führen. Ist dies der Fall, können Eileiterschwangerschaften und Unfruchtbarkeit die Folge sein. So sind in Deutschland schätzungsweise 100.000 Frauen im gebärfähigen Alter aufgrund einer unbehandelten Chlamydien-Infektion ungewollt kinderlos.

Bei Schwangeren kann eine Chlamydien-Infektion zu einer Frühgeburt oder zu einer Bindehaut- oder Lungenentzündung beim Neugeborenen führen.

Spätfolgen einer unbehandelten Chlamydien-Infektion für den Mann

Entzündungen der Prostata, Samenleiter und Nebenhoden können bei Männern Spätfolgen unbehandelter Chlamydien-Infektionen sein. Die Entzündungen können auch bei Männern zu Unfruchtbarkeit führen.

Diagnose

Kostenloses Chlamydien-Screening für Frauen unter 25 Jahren

Um Unfruchtbarkeit als Spätfolge einer unbehandelten Chlamydien-Infektion bei Frauen verhindern zu können, übernehmen die Krankenkassen einmal im Jahr die Screening-Kosten für sexuell aktive Frauen unter 25 Jahren. Im Rahmen dieses Chlamydien-Screenings ist der Urintest als Testmethode vorgeschrieben.

Weitere Testmöglichkeiten

Chlamydien-Infektionen können neben dem Urintest auch durch einen Abstrich aus Scheide, Harnröhre des Penis oder Po festgestellt werden.

Da Infektionen der Darmschleimhaut häufig unbemerkt bleiben, sollte im Rahmen der Untersuchung bei regelmäßigem Analverkehr auch dann ein rektaler Abstrich durchgeführt werden, wenn keine Symptome vorliegen.

Nicht zu empfehlen sind Chlamydien-Schnelltests, da falsch negative Ergebnisse relativ häufig sind.

Behandlung

Infektionen der Schleimhäute von Scheide, Harnröhre und Darm heilen durch eine Behandlung mit Antibiotika vollständig aus.

Sonstige Maßnahmen

Da Chlamydien beim Sex sehr leicht übertragen werden können, sollte bis zum Ende der Behandlung auf Sex verzichtet werden.

Partnerinformation

Informieren Sie ihre Sexpartner bzw. Sexpartnerinnen über die Infektion. Diese sollten sich auch dann auf Chlamydien testen lassen, wenn keine Symptome zu spüren sind. Die Information der Sexpartner bzw. Sexpartnerinnen ist wichtig, damit sich diese im Falle einer Infektion behandeln lassen können und so die Infektionskette durchbrochen werden kann.

Mehr zum Thema

Weitere Informationen

STI erhöhen das Risiko einer HIV-Infektion. Diesen Zusammenhang nennt man Huckepack-Infektion. Mehr zu diesem Thema, wie Sie sich durch Kondome schützen können und über die Notwendigkeit der Partnerinformation erfahren Sie hier:

STI und HIV: Die Huckepack-Infektion
Vorbeugung und Schutz
Partnerinformation

Chlamydien - Erkennen. Behandeln. Sich schützen.

Die Kurzbroschüre vermittelt Basisinformationen zu der...

Weitere Informationen

...ist da was? - Wichtiges über sexuell übertragbare Infektionen (STI)

Weitere Informationen