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Zahlen und Fakten Verbreitung von HIV und Aids

Immer mehr Menschen leben mit HIV und Aids – in Deutschland als auch international. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass immer mehr Menschen Zugang zu Behandlung und Therapie haben und dadurch die Zahl der Aids-bedingten Todesfälle in den vergangenen Jahren gesenkt werden konnte.

Die Situation weltweit

HIV und AIDS sind und bleiben weltweit eine der größten Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit, insbesondere in Ländern mit mittlerem oder niedrigem Wohlstandsniveau. Ende 2015 lebten nach Schätzungen von UNAIDS weltweit etwa 36,7 Millionen Menschen mit einer HIV-Infektion, davon 1,8 Millionen Kinder unter 15 Jahren.

Trotzdem ließen sich in den vergangenen Jahren durchaus positive Entwicklungen beobachten. Die Zahl der Neuinfektionen bleibt zwar insgesamt hoch, konnte aber über die Jahre nach und nach gesenkt werden. 2015 gab es nach Angaben von UNAIDS etwa 2,1 Millionen HIV-Neuinfektionen – das ist der niedrigste Wert im 21. Jahrhundert. Im Jahr 2000 waren es noch 3,2 Millionen Neuinfektionen. 

 

Insbesondere in Sub-Sahara-Afrika, der am stärksten betroffenen Weltregion, konnten die Zahlen deutlich verringert werden. Diese Region bleibt aber mit 25,5 Millionen Infizierten und einem Anteil von 66 % an den weltweiten Neuinfektionen ein Schwerpunkt für die zukünftige HIV-Prävention.

Auch die Zahl der Todesfälle durch AIDS geht stetig zurück. Laut UNAIDS starben 2015 weltweit 1,1 Millionen Menschen an den Folgen der Erkrankung, das sind 900.000 weniger als im Jahr2005, dem Jahr mit den bisher meisten Todesfällen.

Diese positiven Ergebnisse sind auch eine Folge großer Fortschritte bei der medizinischen Versorgung mit antiretroviralen Therapien (ART). Auch wenn das große Ziel, allen Betroffenen weltweit Zugang zu diesen Medikamenten zu gewähren, noch in weiter Ferne liegt, konnte die Zahl der mit Medikamenten versorgten Menschen deutlich gesteigert werden – von 7,5 Millionen im Jahr 2010 auf 17 Millionen in 2015. Damit erhalten über 46 % der HIV-Infizierten weltweit eine antiretrovirale Therapie (ART). Noch positiver sind die Zahlen für werdende Mütter mit HIV, von denen im Jahr 2015  77 % eine ART erhielten, dadurch konnten Übertragungen von Müttern auf ihre Neugeborenen weiter reduziert werden, der Hauptfaktor bei den Neuinfektionen von Kindern.

Ungeachtet aller positiven Entwicklungen zeigen die Zahlen jedoch auch, dass weiterhin großer Handlungsbedarf besteht. Geschätzte 17,1 Millionen Menschen mit HIV wissen nichts von ihrer Infektion und den möglichen Folgen. Und knapp 20 Millionen HIV-Infizierte haben noch immer keinen Zugang zu medikamentösen Therapien. Insbesondere bei den Kindern und Jugendlichen bis 15 Jahren  können bisher nur knapp die Hälfte (49 %) der Betroffenen mit den lebensrettenden Medikamenten versorgt werden.

UNAIDS veröffentlicht im „epidemic update“ regelmäßig die weltweiten Zahlen zu HIV und Aids – zu finden unter www.unaids.org.

Die Situation in Deutschland

Nicht nur im weltweiten sondern auch im westeuropäischen Vergleich sind die Zahlen in Deutschland auf relativ niedrigem Niveau. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lebten Ende 2015 rund 84.700 Menschen mit einer HIV-Infektion in Deutschland. Die Zahl der geschätzten Neuinfektionen in 2015 liegt bei 3.200 Fällen.

Über 90 Prozent der Neuinfektionen in Deutschland werden auf sexuellem Weg übertragen. Knapp 70 Prozent der HIV-Neuinfektionen in 2015 erfolgte nach Schätzungen bei Männern, die Sex mit Männern haben; rund 23 Prozent über heterosexuelle Kontakte. Rund sieben Prozent der Neuinfektionen gehen auf intravenösen Drogengebrauch zurück. Neuinfektionen durch Mutter-Kind-Übertragungen konnten in den vergangenen Jahren auf Einzelfälle reduziert werden.

Nach Schätzungen des RKI befanden sich 2015 circa 60.700 Menschen mit HIV unter antiretroviraler Behandlung. 460 Menschen starben 2015 an den Folgen von HIV und Aids.

Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht im „Epidemiologischen Bulletin“ jährlich die Daten zu HIV und Aids in Deutschland – zu finden unter www.rki.de.

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