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HIV-Übertragung Wenn es mit dem Schutz mal nicht geklappt hat…

Trotz aller Sorgfalt und Erfahrung kann es doch einmal passieren, dass ein Kondom reißt oder abrutscht. Für solche Fälle ist es gut zu wissen, wie man mit ihnen umgehen sollte.

Wenn das Kondom gerissen oder abgerutscht ist, kann der eindringende Partner Eichel und Innenseite der Vorhaut möglichst bald sanft waschen und zu urinieren versuchen, um Reste von Körperflüssigkeiten der Partnerin oder des Partners zu entfernen. Von einer Darm- oder Scheidenspülung für den aufnehmenden Partner ist dagegen abzuraten, weil das Infektionsrisiko durch mögliche Verletzungen eher erhöht wird.

Kommt beim Sex Sperma in die Augen, diese möglichst schnell mit Wasser ausspülen – nicht reiben! In den Mund gelangtes Sperma ausspucken und die Mundhöhle ohne Druck ausspülen (je schneller, desto besser). Nicht die Zähne putzen – das könnte eventuell vorhandene Viren ins Zahnfleisch reiben.

Post-Expositions-Prophylaxe (PEP)

Wenn jemand ein erhöhtes Infektionsrisiko hatte (zum Beispiel ungeschützter Vaginal- oder Analverkehr mit einem HIV-positiven Sexualpartner mit nachweisbarer oder unbekannt hoher Viruslast), ist möglicherweise eine Post-Expositions-Prophylaxe (HIV-PEP) sinnvoll. Das ist eine vierwöchige vorsorgliche Therapie, die eine Ansteckung mit HIV verhindern soll. Die Einschätzung, ob ein relevantes Risiko vorgelegen hat und ob eine HIV-PEP empfohlen oder angeboten wird, muss durch einen Arzt oder eine Ärztin erfolgen.

Begonnen werden sollte eine HIV-PEP möglichst schnell: Am besten innerhalb von zwei Stunden, möglichst innerhalb von 24 Stunden, spätestens innerhalb von 48 Stunden. Auch bei einer rechtzeitig durchgeführten PEP ist es allerdings nicht sicher, dass eine HIV-Infektion verhindert werden kann. Die erheblichen Kosten für eine PEP werden von der Krankenkasse übernommen, wenn tatsächlich ein Infektionsrisiko bestanden hat.

Die HIV-PEP ist keine „Pille danach“, sondern eine aufwendige medizinische Behandlungsmöglichkeit für Ausnahmesituationen.

In einem Notfall sollten Sie sich möglichst sofort an eine HIV-Schwerpunktpraxis oder das nächstgelegene Krankenhaus mit einer HIV-Ambulanz wenden.

Weitere Informationen zur HIV-PEP sowie Adressen von entsprechenden Spezialambulanzen und -praxen erhalten Sie unter www.hivreport.de.

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