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HIV-Übertragung Andere Wege der HIV-Übertragung

HIV gilt im Vergleich mit anderen Krankheitserregern als schwerer übertragbar. Am häufigsten erfolgen HIV-Infektionen beim Sex ohne Kondom. Doch auch auf anderen Wegen kann HIV übertragen werden.

HIV-Übertragung beim intravenösen Drogenkonsum

Menschen, die sich Drogen spritzen, haben ein sehr hohes Infektionsrisiko, wenn sie ein bereits von einer anderen Person benutztes Spritzbesteck verwenden. Hierbei kann HIV aus infektiösen Blutresten in der Spritze direkt in die Blutbahn eindringen. In feuchten Blutresten im Inneren einer Spritze hält sich das Virus unter Umständen mehrere Tage! Ein Infektionsrisiko besteht auch beim Aufteilen der Drogen mit Hilfe gebrauchter Spritzbestecke und beim Verwenden gebrauchten Zubehörs (Löffel, Filter, Tupfer). Außerdem kann man sich beim gemeinsamen Gebrauch von Spritzbestecken und Zubehör sehr leicht mit Hepatitisviren (insbesondere Hepatitis C) infizieren, die Leberentzündungen verursachen und langfristig zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen können.

Mutter-Kind-Übertragung

Kinder von HIV-positiven Frauen können während der Schwangerschaft und beim Stillen, vor allem aber während der Geburt angesteckt werden. Das Übertragungsrisiko hängt dabei wesentlich von vorbeugenden Maßnahmen ab. Bezüglich der Mutter-Kind-Übertragung und damit der Familienplanung hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Menschen mit HIV können heute gesunde Kinder haben. Eine Ansteckung der Partnerin oder des Partners bei der Zeugung oder eine Übertragung des Virus während der Schwangerschaft auf das Baby sind äußerst unwahrscheinlich, wenn im Blut des HIV-Positiven aufgrund einer gut funktionierenden HIV-Therapie dauerhaft kein HIV mehr nachweisbar ist.
Unter optimalen Bedingungen kann die Übertragunsrate von etwa 20 Prozent (ohne Schutzmaßnahmen) auf unter 1 Prozent gesenkt werden: Durch die Einnahme von Medikamenten gegen HIV, um die Viruslast im Blut der Mutter unter die Nachweisgrenze zu senken, durch eine vorsorgliche mehrwöchige Behandlung des Neugeborenen mit antiretroviralen Medikamenten und durch den Verzicht aufs Stillen.

Um das Risiko einer Übertragung bei der Geburt zu minimieren, werden Kinder HIV-infizierter Mütter meist durch einen Kaiserschnitt auf die Welt geholt. Liegt die Viruslast der Mutter stabil unter der Nachweisgrenze, kann das Kind auch durch eine natürliche Geburt zur Welt gebracht werden. Wichtig ist in jedem Fall eine medizinische Betreuung durch HIV-Spezialistinnen und –Spezialisten.

Um diese guten Möglichkeiten der Vermeidung einer Infektion der Kinder nutzen zu können, muss das Vorliegen einer HIV-Infektion allerdings erst einmal festgestellt werden. Ein HIV-Test wird deshalb seit Dezember 2007 im Rahmen der Schwangeren-Vorsorgeuntersuchung angeboten und kann von jeder Frau in Anspruch genommen werden. Sprechen Sie in jedem Fall Ihren Arzt auch von sich aus darauf an.

Medizinische Behandlung mit Blut und Blutprodukten

Bei Blutplasmaprodukten ist in Deutschland durch die Herstellung sichergestellt, dass sie kein HIV enthalten. Blutspenden werden in der Bundesrepublik durchweg sehr genau auf eine ganze Reihe von Erkrankungen hin, beispielsweise auf Hepatitis B und C, Syphilis und auf HIV überprüft, so dass hier nur ein äußerst geringes Restrisiko durch den Zeitraum zwischen einer eventuellen Ansteckung des Spenders und der Nachweisbarkeit von HIV-Antikörpern oder Virusbestandteilen besteht.

Für eine medizinische Behandlung mit Blut oder Blutprodukten auf Reisen sollten Patienten nach Möglichkeit einen Behandlungsort mit so hohen Sicherheitsstandards wie Deutschland wählen.

Vor Operationen: Für planbare Behandlungen kann bis zu vier Wochen im Voraus eine Eigenblutspende verwahrt werden.

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HIV gilt im Vergleich mit anderen Krankheitserregern als schwerer übertragbar. Darum wird HIV in alltäglichen sozialen Kontakten nicht übertragen, auch nicht beim Husten oder Niesen, nicht bei Umarmungen oder beim Küssen. Am häufigsten wird HIV beim Sex ohne Kondom übertragen.

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