Eine Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Absolut sicheren Schutz vor einer Ansteckung mit sexuell übertragbaren Infektionen gibt es nur bei völligem Verzicht auf Sex oder vollständiger, lebenslanger Treue zweier nicht infizierter Partner. Aber nur wenige Menschen können so leben. Wer einen neuen Partner sucht oder außerhalb einer festen Beziehung sexuelle Kontakte eingeht, muss sich klar sein: auch der Mensch, den man liebt, kann sich angesteckt haben und die Erreger übertragen. Nur wer sich gut informiert und sich durch Safer Sex schützt, kann diese Ansteckungen weitgehend vermeiden.
Auch Sauberkeit und Kleidung haben etwas mit sexuell übertragbaren Infektionen zu tun. Wer seinem Körper beim täglichen Waschen Aufmerksamkeit schenkt, entwickelt ein gutes Körpergefühl und nimmt Veränderungen rascher wahr. Auch Warnsignale für Infektionen entdeckt er früher. Scheidenspülungen und Intimsprays können den ausgeglichenen Bakterienhaushalt der Scheide schädigen: Die Scheide trocknet aus, Krankheitserreger können leichter eindringen. Daher: Besser weglassen!
Kleidung, die Sie direkt auf der Haut tragen, sollte "atmungsaktiv" sein. Sonst staut sich die Feuchtigkeit - vor allem im Intimbereich. Weil viele Krankheitserreger eine feuchtwarme Umgebung mögen, gedeihen sie dort besonders gut. Unterwäsche aus Baumwolle ist deshalb besser geeignet als Kunstfaser.
Einige Infektionen, zum Beispiel Hepatitis A, können auch als "Schmier- und Kontaktinfektion" weitergegeben werden. Dies bedeutet, dass Erreger beispielsweise über kleinste Kot-Teilchen beim Stuhlgang auf die Hände und anschließend auf Gegenstände wie z.B. ein Handtuch gelangen und dort von anderen aufgenommen werden. Auch Chlamydien und Gonokokken (Tripper) können durch Kontaktinfektion übertragen werden, wenn der Erreger über die Hände auf Schleimhäute gelangt.
Sex ist etwas Prickelndes. Aber darüber zu reden, wie man sich selbst und den anderen schützen will - nicht nur vor Aids -, ist manchmal schwierig. Jeder hat Angst, damit die Stimmung zu verderben. Vor allem, wenn man sich erst kurz kennt und noch nicht vertraut miteinander ist. Doch gerade dann ist das Gespräch besonders wichtig.
Warten Sie nicht darauf, dass der andere das Thema anspricht. Ergreifen Sie am besten selbst die Initiative, auch wenn Sie Hemmungen haben. Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch Ihr Partner oder Ihre Partnerin darüber reden will, sich aber ebenfalls nicht traut!
Mit Menschen aus anderen Kulturkreisen kann das Gespräch besonders schwierig sein. Versuchen Sie es trotzdem. Wahrscheinlich ist Ihr Partner oder Ihre Partnerin sogar dankbar, wenn Sie diese Hürde nehmen.
Kondome verringern nicht nur das Risiko einer Ansteckung beim Geschlechtsverkehr, sondern sie schützen auch vor ungewollter Schwangerschaft. Heutige Qualitäts-Kondome sind extrem dünn und trotzdem sehr belastbar. Sie unterliegen hohen Qualitäts-Standards und bieten eine sehr große Sicherheit, wenn Sie sie richtig verwenden. Als "Kondom für die Frau" gibt es u.a. das Femidom. Bei richtiger Anwendung entspricht seine Sicherheit der des Kondoms für den Mann. Alles rund um Kondome finden Sie hier.
Wenn trotz aller Sorgfalt und Erfahrung doch einmal das Kondom reißt oder abrutscht, können Sie Sofortmaßnahmen zur Verhinderung einer Infektion oder Schwangerschaft ergreifen.
Sexuell übertragbare Infektionen haben in den letzten Jahren weltweit (auch in Europa) stark zugenommen. Und in vielen Ländern gibt es Kondome, die nicht der bei uns gewohnten Qualität entsprechen. Das gilt auch für Gleitmittel.
Die Zahl der auf Reisen erworbenen Infektionen ist nach den vorliegenden Untersuchungen durchaus erheblich.
Packen Sie also vorsorglich Markenkondome und Gleitcreme aus Deutschland mit in den Koffer - sicher ist sicher. Verwenden Sie zu Ihrem Schutz bei sexuellen Kontakten mit neuen Partnern auch auf Reisen und im Urlaub stets Kondome - immer und unabhängig von Ihrem Reiseziel.
Mehr zum gesamten Thema Reisegesundheit erfahren sie hier.
Wir beantworten Ihre Fragen zu HIV/Aids und anderen sexuell übertragbaren Infektionen - telefonisch und online.
Informationen zu den wichtigsten sexuell übertragbaren Infektionen (inkl. Aids) und deren Verhütung zum Bestellen und als PDF zum Download.
Wir laden Sie ein, ihr persönliches Risiko von sexuell übertragbaren Infektionen zu checken. Sie können Ihre Risiko-Einstellungen und Ihr Verhalten überprüfen. Mit Ihrer individuellen Auswertung können Sie sich besser einschätzen und ggf. Ihr Verhalten optimieren.