Eine Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Der wichtigste Rat: Schieben Sie es nicht hinaus, zum Arzt zu gehen - im Zweifel auch bei leichten Beschwerden! Vor allem jungen Männern und Frauen ist es anfangs manchmal unangenehm, wenn eine Ärztin oder ein Arzt ihre intimen Körperregionen untersucht. Versuchen Sie jemanden zu finden, dem Sie vertrauen und mit dem Sie über solche Ängste auch sprechen können. Einige Frauenärzte bieten besondere Beratungstermine für junge Frauen an, die zum ersten Mal zu einer Untersuchung kommen. Vielleicht fühlen Sie sich sicherer, wenn Sie zu dem Termin eine Freundin oder einen Freund mitnehmen.
Für manche jungen Männer ist es ungewohnt, auf Signale ihres Körpers zu achten und sie nicht einfach zu übergehen. Besser: Sie wahrnehmen und richtig einordnen. Holen Sie sich ärztlichen Rat! Das ist nicht nur kein Gesichtsverlust, sondern fördert Ihr Wissen, Ihre Kompetenz und Ihre Gesundheit. Sie tun sich und anderen damit etwas Gutes.
Manchen Menschen ist es peinlich, wegen einer sexuell übertragbaren Infektion zum Arzt zu gehen. Sie schämen sich, Probleme, die einen so intimen Lebensbereich betreffen, mit einem wenig vertrauten Menschen zu besprechen. Aber: Infektionen, die beim Sex übertragen werden, kommen sehr häufig vor. Sie sind deshalb für eine Ärztin oder einen Arzt absolut nichts Ungewöhnliches. Wer sich rechtzeitig behandeln lässt, zeigt, dass er gut informiert und bereit ist, Verantwortung für die eigene und die Gesundheit des Partners bzw. der Partnerin zu übernehmen.
Vor allem: eine frühzeitige Behandlung bietet die größte Chance auf Heilung. Behandeln Sie sich nicht selbst. Verwenden Sie niemals Medikamente, die Sie noch von einer früheren Behandlung haben. Der Erreger Ihrer jetzigen Infektion kann dagegen unempfindlich sein.
Reden Sie offen mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin, auch wenn es Ihnen vielleicht zunächst schwer fällt. Denn Sie beide müssen sich behandeln lassen. Das gilt manchmal auch für frühere Sexualpartner!
Was tun, wenn Sie bei Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin Anzeichen einer sexuell übertragbaren Infektion vermuten oder entdecken? Sprechen Sie auch das offen an! Denn ab sofort ist Schutz - z.B. mit Kondomen - notwendig, bis die Behandlung erfolgreich abgeschlossen ist. Noch besser: Sie verzichten solange ganz auf Sex.
Eine sexuell übertragbare Infektion können Sie nicht selbst heilen. Nur eine Ärztin oder ein Arzt kann die in Ihrem Fall wirksamen Medikamente aussuchen und verschreiben. Eine Behandlung im Selbstversuch verschleppt oder verschleiert die Erkrankung. Dadurch können große Schäden entstehen, die nicht rückgängig zu machen sind.
Männer haben bei manchen Krankheiten seltener Beschwerden als Frauen. Aber sowohl infizierte Männer wie auch Frauen ohne Symptome können trotzdem andere anstecken!
Die Behandlung muss immer auch den Partner einschließen, sonst springt die Ansteckung zwischen beiden hin und her ("Pingpong-Effekt"). Bis zum erfolgreichen Ende der Behandlung ist ungeschützter, manchmal auch jeder Sex tabu. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie lange Sie mit Sex warten müssen.
Übrigens: Untersuchung und Behandlung werden von Ihrer Krankenkasse bezahlt.
Wir beantworten Ihre Fragen zu HIV/Aids und anderen sexuell übertragbaren Infektionen - telefonisch und online.
Informationen zu den wichtigsten sexuell übertragbaren Infektionen (inkl. Aids) und deren Verhütung zum Bestellen und als PDF zum Download.
Wir laden Sie ein, ihr Wissen über HIV und sexuell übertragbare Infektionen zu checken. Mit Ihrer individuellen Auswertung können Sie sich besser einschätzen und ggf. Ihr Wissen ergänzen.