Eine Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Das Überqueren mehrerer Zeitzonen bringt die innere Uhr des Körpers durcheinander und damit den gewohnten Rhythmus von Schlafen und Wachen. Am Urlaubsort angekommen ist es ratsam, der "reisebedingten" Müdigkeit nicht sofort nachzugeben, auch wenn es schwer fällt. Wer nach Westen fliegt kann sich mit aufmunternden Getränken den "verlängerten" Tag hindurch wach halten. Bei Flügen in östlicher Richtung verkürzt sich der Tag, weshalb man hier auf solche Getränke verzichten sollte. Am besten lassen Sie es möglichst langsam angehen und gönnen dem Körper einen oder mehrere Ruhetage zur Umstellung. Die Anpassung kann bis zu einer Woche dauern.
Wer regelmäßig Medikamente zu bestimmten Uhrzeiten einnimmt (z.B. Insulin oder bestimmte Antibabypillen), sollte seinen Arzt fragen, wie die Einnahme
der Arzneien zeitlich angepasst werden soll.
Urlaubsstimmung, die Entfernung von zuhaus und dem gewohnten Alltag oder auch die Suche nach Abwechslung macht offener für einen Flirt, eine leidenschaftliche Nacht oder auch eine urlaubslange Liebesbeziehung. Sie brauchen auf Liebe und Sex im Urlaub nicht zu verzichten, wenn Sie sich über die möglichen Gefahren im Klaren sind und sich schützen. Das gilt natürlich auch, wenn Sie beruflich unterwegs sind.
Beim "Abenteuer Urlaub" ist vielen nicht bewusst, dass sexuell übertragbare Infektionen wie Aids, Syphilis oder Hepatitis weltweit sehr stark zugenommen haben. Auch in Europa! Und gerade in vielen ärmeren Ländern wird Liebe und Sexualität oft aus großer materieller Not angeboten - die angebotenen und oft bereitwillig geglaubte Illusion der dauerhaften Freundschaft und/oder Partnerschaft lässt Besucherinnen und Besucher dies aber gerne vergessen.
Das HIV-Virus und damit Aids ist weltweit verbreitet. Eine Ansteckung mit dem Virus bleibt - vor allem in den ersten Jahren - fast immer unbemerkt. Sie kann drei Monate nach einer Ansteckung durch einen Bluttest zuverlässig festgestellt werden. Zwischen einer HIV-Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit Aids vergehen ohne Behandlung durchschnittlich 10 Jahre, in denen der Infizierte sich meist körperlich gesund fühlt (und auch so aussieht), das Virus aber über Blut, Samen und Scheidenflüssigkeit an andere Menschen weitergeben und sie anstecken kann.
Hepatitis B kann im Unterschied zu HIV unter Umständen auch beim intensiven Küssen übertragen werden. Es gibt einen wirksamen Impfstoff (siehe unter Infektionskrankheiten).
Andere sexuell übertragbare Krankheiten (oft auch Geschlechtskrankheiten genannt) können mit Jucken und Brennen beim Wasserlassen beginnen. Manchmal sind diese Symptome kaum oder gar nicht spürbar - aber manche Infektionen können schwere Veränderungen der inneren Organe und sogar Krebs auslösen. Und vor allem: Beim Sex können andere Sexualpartner angesteckt werden! Einige sieser Krankheiten sind gut zu behandelt, andere (z.B. die durch Viren ausgelösten) sehr schwer oder gar nicht. In jedem Fall sollten Ihre Sexualpartner ebenfalls untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.
Nähere Informationen zu sexuell übertragbaren Infektionen finden Sie auch in der Broschüre "... ach übrigens" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Ganz wichtig: Man kann es niemandem ansehen, ob sie/er mit einer sexuell übertragbaren Infektion angesteckt ist, obwohl viele Menschen dies gerne glauben möchten! Auch eine längere Partnerschaft oder Liebesbeziehung schützt nicht vor einer Ansteckung. Ein einziger ungeschützter sexueller Kontakt (Vaginal-, Oral- oder Analverkehr) reicht aus, um sich anzustecken.
"Safer Sex" und vor allem das Kondom ist das wirksamste (und beim Sex das einzige) Mittel zum wirksamen Schutz vor HIV und den meisten anderen sexuell übertragbaren Infektionen - und außerdem verhütet man so auch ungewollte Schwangerschaften.
Machen Sie es sich daher zur Regel, immer genügend Kondome mit auf Reisen zu nehmen. Kondome bekommen Sie zwar in fast allen Ländern unter der Bezeichnung Kondom, Condom, Préservatif oder Preservativo in Apotheken und oft auch in Drogerien. Aber die Qualität ist im Ausland nicht immer wie bei uns gewohnt. Schützen Sie Kondome vor allem vor Hitze und intensiver Sonnenbestrahlung. Die beiliegenden Gebrauchsinformationen sollten Sie aufmerksam lesen.
In der kostenlos erhältlichen Broschüre "Safer Sex ... sicher" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Bestellnummer 70420000) finden Sie ausführliche Informationen. Sie können sie auch im Internet unter www.gib-aids-keine-chance.de lesen.
Machen Sie Ihre Reise nicht zu einem Roulettespiel! Verwenden Sie zu Ihrem Schutz bei sexuellen Kontakten immer Kondome! Lassen Sie sich davon auch nicht etwa durch einen negativen HIV-Test oder sprachliche Verständigungsprobleme abbringen. Das könnte Ihr Abenteuer höchst gefährlich werden lassen. Ein Tipp aus der Praxis: Wenn Sie das Kondom einfach selbst ins Spiel bringen, brauchen Sie nicht lange zu reden!
Jeder Mensch kann betroffen und schon lange angesteckt sein, ohne es selbst zu merken - und also auch ohne dass Sie es bei anderen Menschen bemerken könnten. "
Lieber nichts vermuten" hilft keinesfalls weiter und kann lebensgefährlich sein!
Der Reisedurchfall ist das häufigste Gesundheitsproblem auf Fernreisen. Er kann Ihnen die schönsten Urlaubstage vermiesen und sogar zum Abbruch der Reise führen. Wenn Sie Durchfallerkrankungen weitgehend vermeiden wollen, dann sollten Sie die folgenden erprobten Tipps beherzigen:
Kündigt sich eine Infektion mit Durchfall an, können Sie den Schaden begrenzen:
Nehmen Sie nur leichte Kost (zum Beispiel Karotten-Reis-Schleim, Weißbrot, Tee) zu sich. Trinken Sie oft, aber in kleinen Mengen. Vor allem bei kleinen Kindern und alten Menschen müssen Sie auf Gewichts- und Flüssigkeitsverlust achten und ihn ersetzen. Zum Ausgleich von Flüssigkeitsverlusten empfiehlt sich eine Mineralstoff-Trinklösung, die Sie als Fertigpräparat in der Apotheke kaufen können. Zur Not helfen auch Cola und Salzgebäck, um den Flüssigkeits-, Zucker- und Salzverlust auszugleichen. Medikamente, die die Darmtätigkeit beruhigen, unterdrücken nur den Durchfall, sind aber kein Heilmittel. Erwachsene können sie zur Symptomlinderung für kurze Zeit zusätzlich zur Flüssigkeit einnehmen. Verabreichen Sie diese Medikamente aber niemals einem Kind!
Ein langes Sonnenbad ist gefährlich: Sonnenbrand, Fieber, Schmerzen, Urlaubsausfall und - was noch schlimmer ist - Spätfolgen. Ihre Haut vergisst lebenslang nichts. Vermeiden Sie auf jeden Fall Sonnenbrand; er führt zu einem stark erhöhten Hautkrebs-Risiko.
Wenn Sie trotzdem von der Sonne verbrannt sind, dann hilft als Erstes möglichst kaltes Wasser. Unterstützen Sie danach den Heilungsprozess mit dafür geeigneten kühlenden Gels oder Salben.
Behandeln Sie alle Verletzungen sofort mit Hautdesinfektionsmitteln und decken Sie diese mit einem Pflaster oder Verband ab. In den Tropen sind Wundinfektionen häufiger und gefährlicher. Gehen Sie bei schweren Verletzungen sofort zum Arzt.
Bei tollwutverdächtigen Tierbissen empfiehlt sich folgendes Vorgehen: Waschen Sie Bisswunden sofort gründlich mit Seife oder anderen Waschmitteln aus. Spülen Sie die Wunden mit viel Wasser sauber. Desinfizieren und verbinden Sie die Wunden. Suchen Sie dann sofort einen Arzt auf.
Man merkt es kaum: ein kleiner Stich, und dann ein unangenehmer Juckreiz, manchmal eine Hautrötung oder kleine Entzündung. Manche Menschen haben nach Insektenstichen heftige allergische Reaktionen. Darüber hinaus sind Insekten Überträger von Krankheitserregern. Z.B. übertragen Mücken in den Tropen Malaria, Dengue-Fieber, Gelbfieber oder Japanische Enzephalitis. In gemäßigten Klimazonen können Zecken u.a. Borrelien oder FSME-Viren übertragen. Somit kommt dem Schutz vor Insektenstichen eine große Bedeutung zu.
Hier einige Tipps zur Vermeidung von Stichen insbesondere zur Malaria-Vorbeugung:
Um Zecken aus dem Weg zu gehen, meiden Sie Unterholz, Gebüsch und hohes Gras. Geschlossene Kleidung und festes Schuhwerk bieten darüber hinaus einen gewissen Schutz. Am besten ziehen Sie dabei die Socken über die Hosenbeine. Insekten-Abwehrmittel können helfen, allerdings nur für kurze Zeit.
Suchen Sie schon unterwegs die Kleidung und später die Haut nach Zecken ab. Fassen Sie eine Zecke, die bereits gebissen hat, mit einer dünnen Pinzette oder einer Zeckenzange direkt über der Haut möglichst nah am Kopf und ziehen Sie sie langsam heraus. Sie darf beim Entfernen nicht am Körper gequetscht oder mit Öl o.Ä. erstickt werden!
Für den Fall, dass Sie einmal erste Hilfe leisten müssen, denken Sie daran: Helfen kann jeder - und richtig helfen kann gelernt werden. Die ersten Minuten können über Leben und Tod entscheiden. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie in einer Notsituation richtig helfen können, besuchen Sie einen Erste-Hilfe-Kurs bei einem der Rettungsdienste.
Es kann passieren, dass Sie - ohne es zu wollen - die Gefühle der Menschen Ihres Gastlandes verletzen: weil Sie sich anders benehmen, z.B. Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit austauschen, weil Sie unpassende Kleidung anhaben, weil Sie gegen bestimmte "Spielregeln" verstoßen. In guten Reiseführern finden Sie Hinweise auf solche "Spielregeln".
Es kann insbesondere im nichteuropäischen Ausland schwierig sein, das Alter von Sexualpartnern richtig einzuschätzen, sie sind u.U. jünger als man meint. Sex mit Kindern (bis zum Alter von 14 Jahren) ist strafbar. Derartige Taten werden in Deutschland auch dann verfolgt, wenn sie im Ausland begangen wurden!
Alkohol hat in anderen Kulturen häufig eine andere Bedeutung als bei uns. Trunkenheit gilt in vielen Ländern als ein ausgesprochen schlechtes Benehmen. In islamischen Ländern ist Alkohol verpönt, zum Teil sogar streng verboten. Darüber hinaus baut Alkohol Hemmungen ab und Sie können sich selbst und andere in vieler Hinsicht gefährden, z.B. durch Geschlechtsverkehr ohne Kondom oder unvernünftiges Verhalten am Strand bzw. Pool. In den meisten Ländern liegen die Promillegrenzen übrigens deutlich niedriger als in Deutschland.
Für den Besitz, den Konsum oder den Handel mit Drogen gibt es in vielen Ländern sehr harte Strafen, in einigen Ländern sogar die Todesstrafe - auch für Ausländer! Deshalb: Finger weg und aufgepasst!
Drogenhändler beherrschen viele Tricks, mit denen sie die Hilfsbereitschaft (oder manchmal auch die Naivität) der Urlauber ausnutzen. Nehmen Sie keinen Brief oder Päckchen für andere über die Grenzen mit. Lassen Sie auch Ihr Gepäck auf keinen Fall unbeaufsichtigt. An der Zollkontrolle werden Sie für etwaige zugesteckte Drogen zur Verantwortung gezogen. Weiterführende Informationen finden Sie auf den Link-Seiten
Wenn Sie Ihre Reise gut vorbereitet und dann auf Ihre Gesundheit geachtet haben, werden Sie wahrscheinlich nur mit guten Erinnerungen zurückkommen.
Wir laden Sie ein, ihr persönliches Risiko von sexuell übertragbaren Infektionen zu checken. Sie können Ihre Risiko-Einstellungen und Ihr Verhalten überprüfen. Mit Ihrer individuellen Auswertung können Sie sich besser einschätzen und ggf. Ihr Verhalten optimieren.