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Planung der Reise: Informieren Sie sich

Schwimmflossen

Inhalt:

Planung der Reise: Informieren Sie sich

Egal, wohin, wie lange und wie Sie reisen - erholsames Reisen beginnt bereits bei der Vorbereitung. Planen Sie Ihren Urlaub sorgfältig, damit die schönsten Wochen des Jahres kein Reinfall werden. Zu dieser Planung gehören Informationen über:

  • Klima und Kleidung,
  • Verkehrsmittel und Anreiseweg,
  • Gesundheitsrisiken, insbesondere Infektionen, Impfungen, Medikamente
  • Ansprechpartner für den Notfall.

Beziehen Sie Jahreszeit, Wetter und Klima sowohl hier wie dort in die Auswahl Ihres Reiselandes mit ein. Hohe Temperaturen sind vor allem für Ältere und nicht ganz Gesunde problematisch. Hohe Luftfeuchtigkeit erschwert die Temperaturregulierung des Körpers und belastet dadurch Herz und Kreislauf. Dabei gilt: je geringer die Luftfeuchtigkeit, desto leichter lässt sich die Hitze ertragen.

Selbst die entferntesten Ziele lassen sich heute innerhalb eines Tages mit dem Flugzeug erreichen. Dass eine Flugreise auch zu besonderen Gesundheitsproblemen (z.B. Risiko von Beinvenenthrombosen bei Langzeitflügen) führen kann, wird dabei schnell vergessen.

Bei Reisen nach Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika sind vor allem medizinische und hygienische Fragen - z.B. der Impfschutz und die Malaria-Vorbeugung - von Bedeutung. Die Adresse eines Ansprechpartners für den medizinischen Notfall im Handgepäck gibt zusätzliche Sicherheit. Reiseprofis interessieren sich auch für die vielfältigen Zusammenhänge zwischen Klima, Umwelt und der wirtschaftlichen und sozialen Situation in einem Land einerseits und den Infektionskrankheiten andererseits. Sie finden in guten Reiseführern für das Land ihrer Wahl auch Informationen über:

  • Lebensgewohnheiten der Menschen,
  • einheimische Tier- und Pflanzenwelt,
  • Geographie und Geschichte,
  • Landessprache sowie
  • soziale und politische Verhältnisse.

Rechtzeitig zum Arzt

In ärztlicher Behandlung?

Bringen Sie vor dem Beginn Ihrer Reise Ihre ärztlichen oder zahnärztlichen Behandlungen zum Abschluss. Zahnschmerzen treten bei Reisen in die Subtropen und Tropen häufig auf. Reisen kann Stress sein. Und Stress und andere Belastungen können "schlummernde" gesundheitliche Probleme wecken.

Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, sprechen Sie vor der Reise mit Ihrem Arzt. Im Ausland sind manche Medikamente nicht bekannt oder zugelassen. Eine ärztliche Bescheinigung in englischer Sprache bestätigt, dass Ihre Medikamente verordnet sind. Das ist ganz besonders wichtig, wenn Sie Spritzen mitnehmen müssen - z.B. als Zuckerkranker -, damit Zoll oder Polizei Sie nicht für einen Drogenabhängigen halten.

Allgemeines zu Infektionskrankheiten und dem notwendigen Impfschutz

Wir können Ihnen hier nur allgemeine Informationen über einige ausgewählte Infektionskrankheiten geben, die aufgrund ihrer Häufigkeit oder besonderen Gefährlichkeit vor allem bei Fernreisen die größte Bedeutung haben. Bitte erfragen Sie für Ihre persönliche Reise-Planung beim Gesundheitsamt, bei einem Tropeninstitut oder einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt das aktuelle Vorkommen dieser und anderer Krankheiten in Ihrem Reisegebiet. Dort können Sie sich auch über die notwendigen und empfehlenswerten Schutzimpfungen, den richtigen Zeitpunkt und die erforderlichen Impfabstände erkundigen.

Einige Impfungen müssen mehrfach verabreicht und im Abstand von einer oder mehreren Wochen vor der Reise vorgenommen werden, damit der Geimpfte bis zur Abreise genügend Abwehrstoffe bilden kann und geschützt ist. Denken Sie daran und lassen sich lieber heute als morgen impfen, wenn Sie eine Last-Minute-Reise planen!

Häufig werden bei der Reiseplanung Impfvorschriften mit Impfempfehlungen verwechselt. Eine Impfvorschrift (z.B. gegen Gelbfieber) kann von einem Land als Voraussetzung für die Einreise erlassen werden, um z.B. eine Bevölkerung vor dem Ausbruch von Epidemien zu schützen. Bei einem Direktflug von Deutschland aus sind deshalb meist keine Impfvorschriften zu beachten. Im Unterschied dazu gibt es für jedes Land individuelle Impfempfehlungen. Sie dienen dem Schutz des einzelnen Reisenden und sind freiwillig. Das heißt, Sie selber entscheiden, wie viel Ihnen Ihre Gesundheit Wert ist und wie viel Vorsorge Sie treffen wollen. Beachten Sie dabei, dass das Risiko, sich eine Infektionskrankheit zuzuziehen, bereits im Mittelmeerraum erhöht ist und weiter steigt, je näher Sie dem Äquator kommen.

Generelle Ängste vor Impfungen sind unbegründet - ihr Nutzen überwiegt die sehr seltenen Probleme bei weitem! Die empfohlenen Impfstoffe zeichnen sich durch ihre gute Verträglichkeit aus.

Vergessen Sie nicht, Ihr Impfbuch (auch Impfausweis oder Impfpass genannt) mitzubringen, damit der Arzt Ihren vorhandenen Impfschutz überprüfen, unnötige Impfungen vermeiden und neu durchgeführte Impfungen eintragen kann. Ein internationales Impfbuch können Sie bei Ihrem Arzt, bei Impfstellen, im Gesundheitsamt oder auch im gut sortierten Buchhandel erhalten.

Wie finde ich kompetente reisemedizinische Beratung?

Reisemedizinisch fortgebildete Ärzte und Apotheker haben oft ein allgemein anerkanntes Zertifikat für Reisemedizin, z.B. von der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) oder vom Centrum für Reisemedizin (CRM).

Weitere empfehlenswerte Informationsquellen zum Thema.

Ausgewählte Infektionskrankheiten

Sexuell übertragbare Infektionen inklusive HIV-Infektionen
Das Risiko, sich im Urlaub bei Personen aus dem Ferienland oder anderen Urlaubern mit einer sexuell übertragbaren Infektion wie z.B. HIV, Syphilis oder Hepatitis B anzustecken, ist bei ungeschützten Sexualkontakten ohne Kondom groß. Riskieren Sie nicht Ihre Gesundheit und die anderer - informieren und schützen Sie sich konsequent mit Kondomen (siehe Kapitel Unterwegs - 'Liebe unter Palmen')! Und gegen Hepatitis A/B schützt zuverlässig die sehr empfehlenswerte Impfung (siehe weiter unten).

Reisedurchfall
Etwa jeder dritte Reisende in tropische und subtropische Regionen leidet an Durchfällen. Ein Drittel der so Erkrankten ist dann sogar reiseunfähig. Meist werden die Erreger durch verunreinigte Nahrungsmittel oder Getränke übertragen. Wie sich das Risiko unterwegs deutlich vermindern lässt und wie Sie sich beim Auftreten von Reisedurchfall verhalten sollten, können Sie weiter unten im Abschnitt "Hygiene bei Essen und Trinken" nachlesen.

Malaria
Diese sehr ernst zu nehmende und manchmal tödliche Krankheit ist die am weitesten verbreitete Tropenkrankheit und die wichtigste, vor der sich Reisende in Acht nehmen müssen. Betroffen sind vor allem Touristen, die den Schutz vernachlässigt haben. Besonders schwer kann die Krankheit bei Schwangeren und Kleinkindern verlaufen.
Die weibliche Anophelesmücke sucht abends in der Dämmerung und nachts nach Blut. Ihr Speichel enthält die Erreger, die über ihren Stechrüssel übertragen werden. Die schwerste Form der Malaria (Malaria tropica) bedeutet akute Lebensgefahr und ist gekennzeichnet durch Fieber, häufig begleitet von Kopf- und Gliederschmerzen. Unbehandelt kann diese Malariaform bereits nach wenigen Tagen tödlich enden. Aus diesem Grund kommt der Malaria-Vorbeugung eine besondere Bedeutung zu. Sie besteht aus gewissenhaft durchgeführten Maßnahmen zur Mückenabwehr (siehe Abschnitt Unterwegs/'Mücken und Zecken'), der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten gegen Malaria und/oder der Mitnahme eines Mittels zur notfallmäßigen Selbstbehandlung.
Auch noch Monate nach Rückkehr aus einem Land mit Malaria-Vorkommen sollten Sie bei Fieber oder anderen unklaren Beschwerden unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen. Weisen Sie auf Ihren vorangegangenen Auslandsaufenthalt hin! Bitten Sie im Zweifelsfall Ihren Hausarzt, mit einem tropenmedizinischen Institut Kontakt aufzunehmen. Bei keiner Tropenkrankheit hängen Gesundheit und Leben so sehr von der Schnelligkeit der Diagnose und Therapie ab. Erfolgt eine Behandlung rechtzeitig, so ist jede Malaria heilbar.

Infektionen und Erkrankungen, gegen die es einen Impfschutz gibt

Gegen einige Infektionskrankheiten, die in warmen Ländern gehäuft auftreten, gibt es Impfungen, die hier in alphabetischer Reihenfolge beschrieben werden:

Cholera
Cholera ist eine bei Touristen sehr seltene Darmerkrankung. Über verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrung gelangen die Erreger in den Dünndarm, wo sie massive wässrige Durchfälle mit gefährlichen Folgen für den Körper verursachen können. Gefährdet sind vor allem Abenteuer-, Rucksack- und Trekkingtouristen in subtropischen und tropischen Ländern. Achten Sie auf gute sanitäre Einrichtungen und auf Ihre persönliche Hygiene. Vermeiden Sie ungekochte, ungebratene oder nicht heiß sevierte Nahrungsmittel und verzichten Sie auf Leitungswasser, Speiseeis sowie Eiswürfel (Näheres dazu im Kapitel Unterwegs, unter 'Hygiene bei Essen und Trinken').

Diphtherie
Diphtherie-Bakterien befallen meist die Schleimhäute im Mund, Rachen und Kehlkopf. Sie werden durch Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen und können in schweren Fällen Lähmungen und Herzschäden verursachen, die in 5-10% der Fälle tödlich enden (in tropischen Ländern kann auch Hautdiphtherie auftreten).
Zur Vorbeugung gibt es eine Impfung, die - am besten in Kombination mit der Tetanus-Impfung - alle 10 Jahre aufgefrischt werden sollte. Die Kosten dafür übernehmen die Krankenkassen.

Frühsommer-Hirnhautentzündung (FSME = Frühsommer-Meningo-Enzephalitis)
Die Erreger der FSME werden hauptsächlich durch Stiche von Zecken übertragen, die in bewaldeten Flussniederungen der Donau und ihrer Nebenflüsse (z.B. in Baden-Württemberg, Bayern, Tschechien, Slowakei, Österreich, Ungarn), aber auch in Südschweden, Finnland, Polen, Schweiz, Slowenien, Kroatien sowie in den baltischen und osteuropäischen Ländern bis nach Sibirien anzutreffen sind. Jährlich bereisen Millionen Touristen diese "Naturherde". Jedoch führt nicht jeder Zeckenstich zu einer FSME-Infektion, und nicht jede Infektion zu einer Erkrankung. Wenn Sie einen naturnahen Urlaub (z.B. Wanderurlaub) planen, lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt über die Durchführung einer FSME-Impfung beraten.
Zecken können auch andere Erkrankungen übertragen, z.B. die Borreliose - und zwar überall. Die FSME-Impfung bietet hiergegen keinen Schutz. Im Kapitel Unterwegs/'Hungrige Mücken und Zecken' lesen Sie, wie man sich vor Zeckenstichen schützen kann und wie Sie die Blutsauger entfernen.

Gelbfieber
Gelbfieber ist eine durch Mücken übertragene Viruserkrankung, die in tropischen Regionen Afrikas und Südamerikas vorkommt. In Asien ist sie nicht anzutreffen. Das Infektionsrisiko bei den üblichen Touristenreisen ist gering, die Sterblichkeit kann jedoch über 60% erreichen.
Lassen Sie sich zum eigenen Schutz vor einer Reise in ein Land mit Gelbfieber-Vorkommen (tropisches Afrika und Lateinamerika) impfen; denn nur die Impfung bietet zuverlässigen Schutz. Viele Länder verlangen darüber hinaus bei der Einreise einen gültigen Impfnachweis. Beachten Sie, dass diese Impfbescheinigung erst zehn Tage nach der Impfung und für 10 Jahre gültig ist. Die Impfung wird nur von dazu ermächtigten Ärzten oder medizinischen Einrichtungen (z.B. Tropeninstituten) durchgeführt.

Grippe (Influenza)
Die Influenza gehört zu den verbreitetsten und gefährlichsten Virusinfektionen weltweit. Während einer Influenza-Epidemie erkranken weltweit oft Millionen von Menschen aller Altersgruppen. Besonders gefährdet sind alle Personen mit chronischen Grundleiden, Immunschwache und Menschen ab 60 Jahren. Die jährlich zu wiederholende Influenza-Impfung wird allen gefährdeten Reisenden (s.o.) empfohlen. Bitte beachten Sie, dass "Grippesaison" auf der südlichen Halbkugel bereits zwischen Mai und Oktober ist.

Hepatitis A (infektiöse Gelbsucht)
Die Hepatitis A ist weltweit verbreitet und die häufigste nach Deutschland importierte Infektionskrankheit, gegen die man sich impfen lassen kann. Da die Infektionsgefahr durch die sehr widerstandsfähigen Hepatitis A-Viren vor allem bei einfachen oder schlechten Hygieneverhältnissen erhöht ist, kommt sie am häufigsten im Mittelmeerraum sowie in subtropischen und tropischen Ländern vor. Die Erreger gelangen über verunreinigtes Wasser und Essen in den Körper und lösen eine ansteckende Leberentzündung aus, die mehrere Wochen bis Monate anhalten kann.
Die für Reisen in warme Länder generell empfohlene Hepatitis A-Impfung bietet nach vollständiger Grundimmunisierung einen Schutz für mindestens zehn Jahre.

Hepatitis B
Die Hepatitis B gehört zu den verbreitetsten und gefährlichsten Virusinfektionen. Die Erreger verursachen eine Leberentzündung, die bei einem chronischen Verlauf in eine Leberzirrhose oder Leberkrebs übergehen kann. Sie werden meist durch ungeschützte sexuelle Kontakte (siehe "HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen") und direkt durch Blut, aber auch durch verunreinigte Spritzen oder Nadeln übertragen, z.B. auch bei Tätowierung, Piercing oder Akupunktur. Die Schutzimpfung, die bei Personengruppen mit erhöhtem Risiko und bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt wird, ist auch für Fernreisende und für sexuell nicht nur monogam lebende Menschen sehr empfehlenswert. Auch ein Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und B ist verfügbar.

Japanische Enzephalitis (Gehirnentzündung)
Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine durch Stechmücken übertragene Virusinfektion, die ausschließlich im Fernen Osten, in Süd- und Ost-Asien vorkommt. Das Risiko, daran zu erkranken, ist für die meisten Reisenden sehr gering. Aus diesem Grund kommt eine Impfung v.a. für Rucksackreisende in Frage, die während der Regenzeit für mindestens 4 Wochen ländliche Gebiete bereisen und keine Möglichkeit haben, sich vor Mücken zu schützen. Ein Impfstoff gegen JE ist in Deutschland nicht im Handel. Es empfiehlt sich, ggf. ein Tropeninstitut oder eine Gelbfieberimpfstelle aufzusuchen, die den Impfstoff bei Bedarf importieren können.

Masern
Die Masern stellen in vielen Entwicklungsländern nach wie vor ein großes Gesundheitsproblem dar. Wer bisher noch nicht an Masern erkrankt ist und keine oder nur eine Masernimpfung erhalten hat, sollte sich daher vor der Reise mit MMR-Impfstoff impfen lassen. Prinzipiell gilt dies auch für alle ungeimpften oder nicht immunen Erwachsenen, die in ein Endemiegebiet reisen. Bei noch nicht gegen Masern geimpften Säuglingen, die mit in südliche Länder reisen, kann die MMR-Impfung bereits ab dem 9. Lebensmonat verabreicht werden. In diesem Fall muss die 2. MMR-Impfung bereits zu Beginn des 2. Lebensjahres erfolgen.

Meningokokken-Meningitis (Hirnhautentzündung)
Diese bakterielle Infektion kommt weltweit vor, besonders häufig in der Trockenzeit (Dezember bis Mai) im "Meningitisgürtel", der sich südlich der Sahara von West- nach Ostafrika erstreckt. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Im Allgemeinen ist für Reisende das Ansteckungsrisiko gering.
Eine Impfung kommtu.a. für Pilger und für Reisende in eine Epidemiegebiet, aber auch für Schüler und Studenten in Frage, die zu längeren Aufenthalten in Länder reisen, welche generell die Meningokokken-Impfung für Jugendlich oder andere gefährdete Gruppen empfehlen.

Pneumokokken
Die Pneumokokken-Erreger sind weltweit verbreitet und besiedeln oft auch bei Gesunden den Nasen-Rachenraum. Sie werden durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen und können insbesondere bei älteren Personen über 60 Jahre, bei immungeschwächten Menschen (z.B. HIV-Infektion, Krebsleiden), bei chronisch Kranken (z.B. mit Krankheiten, die Herz-Kreislauf oder Lunge betreffen oder bei Zuckerkrankheit) zu schweren Krankheitsverläufen führen und mit Komplikationen einhergehen. Lassen Sie sich impfen, wenn Sie zu dem besonders gefährdeten Personenkreis gehören (s.o.). Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen und meist auch von den privaten Krankenversicherungen übernommen.

Poliomyelitis (Kinderlähmung)
In afrikanischen und asiatischen Ländern ist diese Virus-Krankheit noch verbreitet. Eigentlich ist der Name irreführend: auch Erwachsene können erkranken. Die Kinderlähmung ist eine Erkrankung, bei der es durch den Befall des Zentralnervensystems zu Lähmungen kommen kann. Häufig bilden sich diese nicht zurück. Die "Polioviren" werden meist durch fäkale Kontakt- und Schmierinfektionen von Mensch zu Mensch übertragen.
Vor Reisen in Länder, in denen die Viren noch vorkommen, sollte alle 10 Jahre der Poliomyelitis-Impfschutz aufgefrischt werden. Hierfür stehen auch Kombinationsimpfstoffe zusammen mit Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten zur Verfügung.

Tetanus (Wundstarrkrampf)
Die Tetanus-Bazillen sind weltweit verbreitet: in Erde, auf Holz, im Staub, im Heu. Die Bakterien gelangen meist über kleine Wunden in den Körper. Ihr Gift blockiert die motorischen Nervenendungen und ruft eine krampfhafte Starre der Muskulatur hervor. 30 bis 90% der Erkrankungen enden tödlich. In jedem Fall dauert die Erkrankung sehr lange und hinterlässt keine Immunität. Nur die vorbeugende Impfung schützt vor einer Erkrankung. Lassen Sie deshalb Ihren Tetanus-Schutz, am besten in Kombination mit der Diphtherie-Impfung - auch unabhängig von einer Reise - alle 10 Jahre auffrischen. Die Kosten dafür übernehmen die Krankenkassen.

Tollwut
In vielen Ländern, vor allem in Lateinamerika, Afrika und insbesondere Asien, ist die Tollwut wesentlich häufiger als bei uns. Dennoch stehen dort im Notfall nur selten gut verträgliche Impfstoffe oder Seren zur Verfügung. Vermeiden Sie deshalb jeglichen Kontakt mit Tieren, speziell mit herumstreunenden Hunden. Wenn Sie in diese Länder reisen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Möglichkeit und den Nutzen einer vorbeugenden Tollwut-Impfung.
Nach einem Biss von einem tollwutverdächtigen Tier muss kurzfristig eine Impfung mit einem von der WHO empfohlenen Impfstoff durchgeführt werden.

Typhus
In vielen warmen Ländern ist Typhus eine häufige und gefährliche Infektionskrankheit. Die Typhusbakterien werden mit verunreinigten Nahrungsmitteln und Getränken aufgenommen. Am besten schützen Sie sich deshalb durch konsequentes Einhalten der üblichen Hygieneregeln (Näheres dazu im Kapitel Unterwegs, unter 'Hygiene bei Essen und Trinken'). Eine Impfung gegen Typhus wird empfohlen, wenn die Reise in Länder mit niedrigem Hygienestandard führt und Sie sich dort unter einfachen Lebensbedingungen aufhalten (z.B. Rucksacktourist, Safari, Trekking). Die verfügbaren Impfstoffe ersetzen jedoch nicht die persönliche Hygiene. Länderspezifische Impfempfehlungen und aktuelle Landkarten finden Sie auf der Link-Seite.

Andere tropenspezifische Erkrankungen

Dengue-Fieber ist eine in tropischen und subtropischen Ländern durch tag- und nachtaktive Mücken übertragene Viruserkrankung, die sich mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen äußert. Diese bei Touristen nicht seltene Erkrankung wird insbesondere in Mittel- und Südostasien, in Mittel- und Südamerika, in der Karibik sowie in West- und Ostafrika erworben. Wie Sie sich vor dieser häufigen Infektion schützen können, ist im Kapitel Unterwegs unter "Hungrige Mücken und Zecken" nachzulesen.

Die Bilharziose ist eine Wurminfektion, die bei früher Diagnose einfach zu behandeln ist. Sie wird meist durch Hautkontakt mit Süßwasser erworben, in dem bestimmte Schneckenarten leben. Gefährdet sind insbesondere Afrikareisende, die beim Baden, Tauchen, Schnorcheln und Bootsfahren Kontakt mit infiziertem Süßwasser haben.

Das "Schwere Akute Respiratorische Syndrom" (SARS) ist eine neue Viruskrankheit, die zu einer schweren Lungenentzündung führen kann. Sie trat erstmals Ende 2002 in China auf und gelangte schnell mit Reisenden in andere Länder. Von Mitte 2003 bis April 2004 sind nur noch Fälle beobachtet worden, die direkt durch Infektionen bei Labortätigkeiten mit dem Virus erfolgt sind bzw. Folgefälle solcher Infektionen waren.

Die Vogelgrippe stellt derzeit für Reisende keine relevante Gefährdung dar. Sicherheitshalber sollten Reisende Geflügelmärkte und -farmen meiden und Geflügelfleisch nur durchgegart verzehren.
Andere gefährliche Krankheiten wie Ebola- und Lassafieber oder andere Virusinfektionen, von denen hin und wieder in den Medien berichtet wird, sind bei Reisenden extrem selten.

Vorschläge für Ihre Reiseapotheke

Sie können nicht für alle Eventualitäten und Notfälle ausgerüstet sein. Die folgende Liste hat deshalb keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll Ihnen aufgrund umfangreicher Erfahrungen als Orientierungshilfe dienen.

  • Verbandsmaterial: Mullbinden, Wundpflaster, Heftpflaster
  • elastische Binden
  • Fieberthermometer
  • kleine Schere
  • Splitterpinzette
  • Zeckenzange
  • Handschuhe
  • Medikamente zur äußeren Anwendung:
    antiseptische Wundsalbe oder Lösung
    Antihistaminsalbe gegen Insektenstich-Reaktionen
    Augentropfen gegen Bindehautentzündung
    Ohrentropfen gegen Gehörgangs-Entzündung
  • Medikamente zur inneren Anwendung: einfaches Mittel gegen Schmerzen, Fieber, Entzündungen
  • krampflösendes Mittel (keine Zäpfchen!)
    leichtes Beruhigungsmittel
    Mittel gegen Durchfall
  • Medikamente, die regelmäßig benötigt werden (z.B. Antibabypille)
  • Sonnenschutzmittel (möglichst wasserfest und mit hohem Lichtschutzfaktor)
  • Insektenschutzmittel
  • Wasserentkeimungsmittel
  • Mittel gegen Reisekrankheit (gehört ins Handgepäck)
  • Malariamittel (wenn vom Arzt empfohlen)
  • Einmalspritzen und -kanülen
  • Kondome und geeignete Gleitmittel

Holen Sie sich Rat in Ihrer Apotheke oder bei Ihrem Arzt und planen Sie danach Ihren Urlaubsbedarf. Die Reiseapotheke sollte wasserdicht verpackt sein und von Kindern fern gehalten werden. Bitte achten Sie bei Medikamenten auf die Verfallsdaten und auf die richtige Lagerung!

Überprüfen Sie Ihren Versicherungsschutz

Informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, ob und wie weit Sie auch in Ihrem Urlaubsland krankenversichert sind und schließen Sie eventuell eine zusätzliche Auslandsreise-Krankenversicherung ab. Bei einigen Versicherungen ist der Rücktransport bei einer Erkrankung oder einem Unfall eingeschlossen. Häufig sind diese Versicherungen bei einer Reisebuchung mit der Kreditkarte oder im Auto-Schutzbrief bereits enthalten.

Aufgelistet: Haben Sie an alles gedacht?

Hier eine Liste dessen, was für Ihre Gesundheit besonders wichtig ist - am besten haken Sie die erledigten Punkte ab.

Was ich erledigen sollte:

  • mich reisemedizinisch beraten lassen
  • alle erforderlichen Schutzimpfungen durchführen und in das Impfbuch eintragen lassen
  • klären, ob und wenn ja welche Malaria-Prophylaxe erforderlich ist
  • Rezepte für verschreibungspflichtige Medikamente besorgen
  • ärztliche Bescheinigung über verordnete Medikamente ausstellen lassen
  • Reiseapotheke zusammenstellen
  • Termin für zahnärztliche Kontrolle
  • Auslandskrankenschein(e) bei der Krankenkasse holen
  • zusätzliche Auslandsreise-Krankenversicherung abschließen
  • ggf. an die erstmalige Einnahme der Malariamedikamente vor Abreise denken

Was ich mitnehmen sollte:

  • Auslandskrankenschein(e)
  • Impfbuch
  • eigene Medikamente
  • Reiseapotheke
  • Ersatzbrille
  • Sonnenbrille

Hygiene

An Ihrem Reiseziel erhalten Sie möglicherweise nicht oder nur sehr schwer (oder nicht die gewohnte Marke oder Qualität):

Was in mein Handgepäck (für den Flug) gehört:

  • Ausweispapiere
  • Geld, Schecks, Kreditkarte(n)
  • Tickets
  • wichtige Medikamente
  • Impfbuch
  • Papiertaschentücher
  • leichter Pullover
  • Reiseführer und
  • Sonnenbrille

Medizinische Sicherheit unterwegs

Niemand kann einen Unfall oder eine Krankheit während der Reise ausschließen. Meist finden Sie im Urlaubsland eine vergleichbar gute medizinische Versorgung wie zu Hause. Wenn Sie sich dessen nicht sicher sind, achten Sie z.B. auf die Verwendung von Einwegnadeln und -spritzen, vergewissern Sie sich, dass verwendete Instrumente sterilisiert sind. Nicht in jedem Urlaubsland werden Blutkonserven und -produkte auf HIV und Hepatitis-Viren getestet. Akzeptieren Sie eine Bluttransfusion nur dann, wenn sie lebensrettend ist. Eine Versicherung, die im Notfall einen Rücktransport ins Heimatland ermöglicht, kann sehr hilfreich sein.

Was Sie bei Reisen mit Kindern beachten sollten

Wenn der Urlaub für alle Beteiligten erholsam werden soll, dann beziehen Sie Ihre Kinder von Anfang an mit ein. Bedenken Sie, dass Kinder nicht lange stillsitzen können und beschäftigt sein wollen. Das einfachste und bequemste Transportmittel über größere Strecken ist für Eltern und Kinder das Flugzeug.

Die Gesundheitsrisiken sind für Kinder meist ernster einzuschätzen als für Erwachsene. Sie sind gegenüber Infektionskrankheiten gefährdeter. Je nach Alter des Kindes ist auch nicht jeder Impfschutz möglich. Manche Erkrankungen, wie z.B. Malaria, Durchfall und Erbrechen, gefährden Kinder schneller und nachhaltiger. Meiden Sie nach Möglichkeit Reisen in Malariagebiete sowie Abenteuer- und Trekkingreisen mit Kleinkindern ganz.

Denken Sie daran, Ihre Reiseapotheke auch mit für Kinder geeigneten Präparaten auszustatten.

Behindert auf Reisen

Planen Sie Ihre Reise besonders sorgfältig und erkundigen Sie sich rechtzeitig, ob Verkehrsmittel und Unterkunft behindertengerecht sind. Fluggesellschaften und Bahnen bemühen sich, Behinderten die Reise zu erleichtern und halten entsprechende Broschüren bereit. Damit Sie diese Angebote auch nutzen können, ist eine rechtzeitige Anmeldung und Information über den Umfang der benötigten Hilfe wichtig.

Chronisch krank?

Erkundigen Sie sich beim Arzt, wie er Ihre Reisefähigkeit und das Gesundheitsrisiko in Ihrem Reiseland einschätzt, bevor Sie Ihre Traumreise endgültig buchen. Bei bestimmten Krankheiten oder einzunehmenden Medikamenten sollten Sie auf bestimmte Reiseziele (z.B. solche mit hohem Malaria-Risiko) ganz verzichten. Fragen Sie Ihren Arzt, welche Reiseziele er für besser geeignet hält. Nehmen Sie eine ausreichende Menge der benötigten Medikamente und für den Notfall eine Kopie der wichtigsten Krankenunterlagen mit.

Schwanger und reiselustig?

Bei einer vernünftigen Reiseplanung ist eine Schwangerschaft normalerweise kein Problem. Verzichten Sie aber in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten und den letzten sechs bis acht Wochen der Schwangerschaft möglichst auf Abenteuerreisen sowie auf Urlaub in Gebieten mit extremen klimatischen oder ungünstigen hygienischen Verhältnissen. Meiden Sie Regionen mit erheblichen Infektionsgefährdungen (z.B. Malaria- und Gelbfiebergebiete), da Infektionskrankheiten in der Schwangerschaft häufig besonders schwer verlaufen. Grundsätzlich sollten Sie touristische Reisen in Länder, in denen Malaria vorkommt, auf die Zeit nach der Schwangerschaft verschieben.
Malaria in der Schwangerschaft stellt ein hohes Risiko für Mutter und Kind dar! Sie kann eine Fehl- oder Frühgeburt auslösen. Außerdem kann das Kind im Mutterleib geschädigt werden.
Eine medikamentöse Malaria-Prophylaxe ist in der Schwangerschaft problematisch. Bei keinem Medikament besteht die Gewissheit, dass die Einnahme für die Entwicklung des Kindes unbedenklich ist. In jedem Einzelfall ist eine strenge Risiko-Nutzen-Abwägung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt erforderlich. Während der Schwangerschaft sollten Impfungen auf ein Mindestmaß beschränkt werden. Sprechen Sie darüber unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt, wenn sich eine Fernreise nicht vermeiden lässt.

Was es bei Last-Minute-Reisen zu beachten gilt

Denken Sie auch bei so genannten Last-Minute-Reisen, bei denen die Zeit bis zur Abreise nur kurz ist, an den Schutz vor Infektionskrankheiten im Reiseland. Für den Beginn einer Malaria-Prophylaxe ist es nie zu spät. Die meisten Impfungen (z.B. gegen Hepatitis A) können noch bis zum Tag der Abreise begonnen werden, bei Auffrisch-Impfungen gilt dieses sogar noch für den Abreisetag selbst (z.B. gegen Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis). Bei einigen Impfstoffen kann der Arzt auch ein beschleunigtes Impfschema einsetzen. Manche Impfungen benötigen jedoch 7 bis 10 Tage, bis sie einen Wirkschutz aufgebaut haben (z.B. Gelbfieber, Typhus), andere sogar mehrere Wochen. Bei längeren Reisen können diese Impfungen dennoch sinnvoll sein, auch wenn Sie in den ersten Urlaubstagen noch nicht bestmöglich geschützt sind.

Optimal ist es, wenn man Impfungen nicht unter Zeitdruck vornehmen muss. Deshalb der Tipp für alle "planmäßigen" Last-Minute-Reisenden und alle, die sich die Option einer solchen Reise offen halten wollen: kümmern Sie sich beizeiten um den Impfschutz, der für die meisten Fernreiseziele sinnvoll ist (z.B. gegen Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis, Hepatitis A und B).

Die Haustiere nicht vergessen

Veranlassen Sie, dass Ihre Tiere während Ihrer Abwesenheit zuverlässig versorgt sind. Möchten Sie Ihren Liebling mitnehmen, so bedenken Sie dies bei der Auswahl Ihres Reisezieles und -stiles. Je nach Region unterliegt auch Ihr Tier einer erhöhten Infektionsgefahr. Im Mittelmeerraum können sich Hunde beispielsweise mit Leishmaniose anstecken, die nur sehr schwer heilbar ist. Erkundigen Sie sich rechtzeitig bei Ihrem Tierarzt, welche Maßnahmen empfehlenswert und notwendig sind. Beispielsweise gilt die letzte Tollwut-Impfung erst nach vier Wochen und nicht länger als ein Jahr. Für Reisen in Länder außerhalb der EU benötigen Sie eine amtstierärztliche Bescheinigung.



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