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Barrieren für Gesundheit

weltkugel haende

Gesundheitsrelevante Barrieren für Menschen mit Migrationshintergrund

Die Ursachen für die schlechtere gesundheitliche Versorgung bestimmter Teilgruppen der Migrantinnen und Migranten sind vielschichtig. Sie können sprachlicher, kultureller, struktureller oder rechtlicher Art sein.

Sich Zurechtfinden in Strukturen ohne entsprechende Sprachkenntnis ist schwierig und kostet Überwindung. Die Wahrscheinlichkeit, auf Fachpersonal zu treffen, das die jeweils eigene Muttersprache beherrscht, ist in Deutschland noch gering. Zu sprachlichen Einschränkungen im deutschen Sprachgebrauch kann erschwerend bei manchen Migrantinnen und Migranten Analphabetismus kommen.

Bei einem Großteil der Migrantinnen und Migranten unterscheiden sich sowohl der sprachliche wie auch der soziokulturelle Hintergrund deutlich von dem der Bevölkerungsmehrheit in Deutschland. Hierzu gehören unterschiedliche Konzepte von Gesundheit und Krankheit. Ein vereinfachtes Beispiel ist das Konzept, dass jemand, der gesund und wohlgenährt aussieht, auch gesund ist. Eine fatale Überzeugung, wenn man an die HIV-Infektion denkt.

Der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist für verschiedene Migrantengruppen aufgrund ihres rechtlichen Status nur in eingeschränktem Maße gewährleistet. Zwar besteht prinzipiell der gleiche Anspruch auf Krankenbehandlung wie für Deutsche, aber insbesondere für Asyl-suchende und geduldete ausländische Staatsangehörige und Menschen ohne regulären Aufenthaltsstatus gelten erhebliche Einschränkungen.

Das öffentliche Gesundheitssystem der Bundesrepublik ist sehr ausdifferenziert. In den Herkunftsländern existiert eine solche Differenziertheit der Regeldienste oftmals nicht. Da sie keine vergleichbaren Strukturen kennen, können sich Migrantinnen und Migranten unter den verschiedenen Diensten (Fachärzte, Gesundheitsämter, Selbsthilfegruppen) nichts vorstellen und wissen nicht, an wen sie sich bei Bedarf wenden sollen.

Neben den aufgezählten gibt es weitere Faktoren, die die Erreichbarkeit von Migrantinnen und Migranten für Angebote der Prävention und Gesundheitsförderung erschweren. Bildungsstand, sozial-räumliche Bedingungen und geschlechtsspezifische Aspekte können Barrieren verstärken. Illegalität, ungünstige Wohn- und Arbeitsverhältnisse oder Arbeitslosigkeit sind häufig Lebensprobleme von Migrantinnen und Migranten, die meist eine hohe Dringlichkeit haben und zu allererst bewältigt werden müssen. Nicht zu unterschätzen sind auch die Erfahrungen in Deutschland mit Diskriminierung, Unverständnis oder Unerwünschtheit, die unter anderem zu Angst vor der Nutzung von Angeboten führen können.



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