Eine Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Wer die Wahl hat, hat den Spaß: farbige oder naturfarbene Kondome, mit oder ohne Beschichtung, mit Reservoir oder flacher Spitze, extrastark (z.B. für den Analverkehr), in unterschiedlichen Größen, mit und ohne "Taille" (Profil), mit kleinen Noppen und sogar unterschiedlichem Geschmack. Und neben Kondomen aus Naturlatex gibt es auch latexfreie Kondome.
Egal, welches Kondom Sie aussuchen: auf die Qualität sollten Sie achten:
Meist bestehen Kondome aus einer nur wenige Hundertstel Millimeter dünnen, extrem belastbaren Latexhaut. Da dieses Naturprodukt aber auch bei sorgfältigster Herstellung Stoffe enthält, die bei dafür besonders sensiblen Menschen Allergien auslösen können, wurden ebenso sichere Kondome aus Polyurethan entwickelt (ein Kunststoff, der auch zur Lebensmittelverpackung gebräuchlich ist).
Der Vorteil der Polyurethan-Kondome ist, dass sie praktisch keine Allergien auslösen und dass sie - im Unterschied zu Latex-Kondomen - auch mit fetthaltigen Gleitmitteln benutzt werden können. Nachteilig ist, dass sie im Vergleich zu Latex-Kondomen teurer sind.
Die Sicherheit liegt auf gleichem Niveau wie bei guten Latex-Kondomen. Erhältlich sind Polyurethan-Kondome am besten in Apotheken und Drogeriemärkten, aber auch in manchen Supermärkten.
Ebenfalls aus Polyurethan besteht das "Femidom", ein Kondom für die Frau, das die Scheide innen auskleidet. In Deutschland ist es noch wenig verbreitet, kann aber über Apotheken oder im Internet rezeptfrei bestellt werden. Bei richtiger Anwendung entspricht seine Sicherheit der des Kondoms für den Mann.
Viele Kondome sind mit einem Gleitmittel oder auch mit samenabtötenden Mitteln (Spermiziden) beschichtet. Aber manchmal ist etwas mehr Feuchtigkeit nötig, um das Glied mit dem Kondom leichter einzuführen. Fette, Massage-Öle, Lotionen, Cremes oder Vaseline können allerdings zum Zerreißen des Kondoms führen. Deshalb nur wasserlösliche oder fettfreie Gleitmittel verwenden, die speziell für Kondome geeignet sind (z.B. Bioglide, Durex Play oder Ritex Gel). Die hier genannte Auswahl ist nur beispielhaft; die Nennung der Namen bedeutet keine Werbung für das Produkt).
Fettfreie Gleitmittel sind zwar manchmal nicht so leicht erhältlich wie Kondome, aber Sie können sie in Drogeriemärkten, Sexshops oder Apotheken kaufen.
Latexfreie Kondome aus Polyurethan können auch mit anderen als den genannten Gleitmitteln benutzt werden.
Spermizide sind chemische Stoffe, die Samenzellen abtöten, z.B. Nonoxinol. Sie sind in Cremes, Scheidenzäpfchen oder Schaumpräparaten enthalten und sollen zur Empfängnisverhütung dienen. Spermizide bieten aber keinen Schutz vor einer HIV-Infektion oder anderen sexuell übertragbaren Erregern. Zusammen mit Kondomen sollten sie nur angewendet werden, wenn sie in der Packungsbeilage ausdrücklich dafür empfohlen werden. Sonst ist die Gefahr der Beschädigung der dünnen Kondomhaut groß.
Mikrobizide sind Stoffe, die in Studien erprobt werden, um als Salbe oder Zäpfchen angewendet zu werden: sie sollen das Eindringen von HIV in die Blutbahn des Partners oder der Partnerin verhindern. Mit ersten Ergebnissen der weltweit intensiv laufenden Forschungen ist aber erst in vielen Jahren zu rechnen. Heutzutage sind Mikrobizide nur eine Hoffnung, aber keine Realität! nur ein Ähnlich wie bei Impfstoffen erwarten die Forscher von künftigen Mikrobizen aber keine vollständige Schutzwirkung. Auch zukünftig wird deshalb Safer Sex der Schutz der Wahl bleiben!