Sie sind hier:

JugendFilmTage Tipps & Ideen

Die nachfolgenden Tipps und Ideen hat die BZgA für Sie aus den Erfahrungen von rund 400 JugendFilmTage-Projekten und den entsprechenden regionalen Koordinations-Netzwerken im Laufe der Jahre 2001 bis 2011 zusammengetragen.

Die Tipps und Ideen können Ihnen bei Fragen helfen, an denen Sie nicht weiter kommen, wie z. B. bei organisatorischen Dingen oder zum Thema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Schauen Sie doch einfach mal durch, ob der ein oder andere Tipp für Sie hilfreich ist.

Konzept und Projektkoordination

Es ist durchaus sinnvoll, Kooperationspartnerschaften einzugehen und die Organisation der JugendFilmTage auf mehrere Schultern zu verteilen.

Die Form der Organisation, für die Sie sich entscheiden, hängt von Ihren zeitlichen, kapazitären und persönlichen Ressourcen sowie denen der potentiellen Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern ab. Verschiedene Einzelbereiche der Projektorganisation können sehr leicht auf mehrere Personen verteilt werden.

Für die Projektkoordination von JugendFilmTagen hat es sich als erfolgreich und notwendig erwiesen, an einer Stelle sämtliche Informationen des Projektes zu bündeln und von dort aus zu verteilen.

Die BZgA unterstützt Sie bei der Organisation und Umsetzung Ihrer JugendFilmTage gerne mit verschiedenen Elementen. In dem Ihnen vorliegenden Internetleitfaden www.jugend-film-tage.de beschreibt Ihnen die BZgA z. B. die relevanten Organisationsschritte und deren Umsetzung. Sie stellt Ihnen eine Vielzahl an geeigneten Filmen für die Ausstrahlung und passende Methoden für die Vor- und Nachbearbeitung vor und unterstützt Sie mit umfangreichen Planungshilfen, Textbausteinen und Checklisten.

Darüber hinaus können Sie über die BZgA die kostenfreien Medien und Materialien aus den Themenbereichen der JugendFilmTage beziehen sowie, je nach Verfügbarkeit, ein Kontingent an Kleinstpreisen, mit denen Sie die Jugendlichen an den Mitmach-Aktionen zusätzlich motivieren können (Bestellmöglichkeit per Mail an: info@gib-aids-keine-chance.de).

Gerne stellt Ihnen die BZgA leihweise auch Kinospots aus dem Fachbereich der HIV/Aids-Prävention zur Verfügung, die Sie vor Ihrem jeweiligen Film schalten können (Spotbestellung per Mail: info@gib-aids-keine-chance.de).

Öffnen Sie die Türen zu den Kinosälen erst ca. 10-15 Minuten vor Filmbeginn, damit die Jugendlichen das Angebot der Mitmach-Aktionen nutzen können und sich nicht unbeaufsichtigt im Kinosaal aufhalten.

Bitten Sie die Lehrkräfte im Vorfeld, sich mit ihrer Schulklasse im Kinosaal zusammen zu setzen, damit die Verantwortlichkeiten klar sind. Wenn Ihr Kinobetrieb die Möglichkeit hat, Platzkarten zu vergeben, kann das die Einlasssituation vereinfachen.

Kooperationspartner/-innen

Die JugendFilmTage eignen sich sehr gut, um die Netzwerkarbeit vor Ort zu stärken. Gemeinsam organisierte und veranstaltete Projekte schaffen gute Beziehungen zwischen den Institutionen. Netzwerkarbeit ermöglicht ressourcenschonende Arbeit, da jede/r die jeweiligen besonderen Fähigkeiten einbringen kann.

Präventionsprojekte, wie die JugendFilmTage leben auch davon, dass die Zielgruppen (Schüler/-innen und Lehrkräfte) die Menschen aus den Beratungsstellen und Institutionen persönlich kennen lernen, um eine später vielleicht erforderliche Kontaktaufnahme zu erleichtern. Mehr zum Thema Netzwerkarbeit finden Sie hier.

Als Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner sind alle Institutionen denkbar, die sich regional und/oder überregional im Bereich der HIV/Aids- und STI- Prävention und Sexualaufklärung engagieren. In vielen Regionen sind das Gesundheits- und Jugendämter, Aidshilfen, Beratungsstellen, wie z. B. pro familia oder Donum Vitae, die Jugendsozialarbeit, Lebenshilfen u.a.

Für die Einladung der Institutionen zu einem Planungstreffen im Kooperationskreis finden Sie im Leitfaden Textbausteine und Planungshilfen. Im Rahmen der Planungstreffen können alle beteiligten Akteur/-innen eine gemeinsame regionale Konzeption definieren.

Der Kreis regionaler Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner übernimmt alle anfallenden Planungs- und Organisationsschritte, am besten jede/r im jeweiligen Themenschwerpunkt. So kann sich z. B. das Kino um die Filmdisposition kümmern; das Schulamt möglicherweise die Verteilung der Flyer an die Schulen übernehmen, usw. An den Kinotagen besetzt im besten Fall jede Institution eine thematisch passende Mitmach-Aktion und moderiert diese.

Weitere Informationen rund um die Aufgaben des Netzwerkes finden Sie hier.

Verteilen Sie die Organisation der JugendFilmTage auf mehreren Schultern. So können beispielsweise die Anmeldekoordination in einer Hand und die Kommunikation mit dem Veranstaltungsort in einer anderen Hand liegen. Wichtig ist die Bündelung aller Informationen bei einer Person, der Projektleitung. Sprechen Sie Ihre Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner an und bitten um Unterstützung in den Bereichen, die Ihnen zu viel werden.

Wie in jeder Arbeitsgruppe können auch innerhalb dieses Netzwerkes Spannungen auftreten. Schwierigkeiten lassen sich meist durch eine offene Ansprache und gegenseitiges Verständnis aus der Welt schaffen. Beziehen Sie die anderen Netzwerkpartner/-innen mit in die Lösung des Konfliktes ein. Wenn die Parteien gar keine Lösung miteinander finden können, ist manchmal eine Trennung der bessere Weg. Vielleicht lassen sich die JugendFilmTage dann in einem kleineren Rahmen durchführen.

Veranstaltungsort

Die JugendFilmTage stellen für die regionalen Kinobetriebe eine attraktive Veranstaltung dar. Sie finden zu einer Zeit statt, in der Kinos üblicherweise geschlossen sind. Eine große Anzahl der Kernzielgruppe des Kinos wird eingeladen und findet den Weg zum Erlebnisort Kino; und das ohne große Anstrengung für die Kinobetreiber. Viele Kinobetriebe engagieren sich auch gerne in sozialen Bereichen, wie den JugendFilmTagen.

Wenn in Ihrer Region kein Kino als Veranstaltungsort in Frage kommt, können Sie die JugendFilmTage auch in einem anderen Setting umsetzen. Voraussetzungen sind: Vorführung von Filmen, Möglichkeit eines Vorführraumes mit ausreichend Sitzmöglichkeiten für die Schüler/-innen, genügend Platz für Mitmach-Aktionen und eine Menge Schüler/-innen vor den Filmen. Das können Sie z.B. in Jugendzentren, kommunalen Gebäuden wie z.B. Landratsämtern, Turnhallen, Schulaulen oder Universitätsgebäuden finden. Schauen Sie sich in Ihrer Region genau um und fragen Sie Ihre Netzwerkpartner/-innen.

Auf das Kino bzw. den Veranstaltungsort entfallen in der Regel die Personal- und Stromkosten. Diese können über eine entsprechend vereinbarte Miete abgegolten werden. Getragen werden diese, wie sämtliche Kosten der JugendFilmTage von den Kooperationspartner/-innen. Diese Kosten können Sie aber gegebenenfalls durch Sponsoren oder durch ein geringes Eintrittsgeld wieder ausgleichen.

Filme und Kinospots

Im Film-Pool der BZgA befindet sich eine Vielzahl jugendgerechter Spielfilme und Dokumentationen für den Einsatz bei JugendFilmTagen rund um die Themen Sexualität, Liebe, Freundschaft und HIV/Aids. Diese sind nach Themengruppen, Genre und Altersgruppen geordnet. In der Filmliste finden Sie zusätzlich die spezifischen Themenaspekte jedes Films.

Sie planen beispielsweise eine Veranstaltung, die als thematischen Schwerpunkt Sexualität und kulturelle Unterschiede oder sexuelle Orientierungen hat. Über die Suchfunktion mit der Maske "nach Themen" erhalten Sie Empfehlungen, welche Filme zu Ihrem regionalen Angebot passen könnten.

Bei den Filmen im Film-Pool handelt es sich um professionell produzierte Spielfilme, die, je nach Aktualität, bereits im Kino oder Fernsehen ausgestrahlt wurden. Es sind Empfehlungen aus regionalen Netzwerken, von Fachleuten aus der Jugendarbeit, Sexualaufklärung und HIV/Aids-Prävention, die bereits JugendFilmTage umgesetzt und die entsprechenden Filme eingesetzt haben. Diese haben sich zum Teil seit Jahren, deutschlandweit für den Einsatz bei JugendFilmTagen bewährt und werden immer wieder ausgewählt. Die BZgA folgt diesen Empfehlungen und Erfahrungen gerne, denn die Fachleute vor Ort wissen in der Regel am besten Bescheid, welche Filme sich für den Einsatz mit Jugendlichen eignen. Bei den dargestellten Altersempfehlungen handelt es sich um pädagogische Altersempfehlungen, die teilweise oberhalb der FSK-Freigaben liegen.

Der Film-Pool stellt Ihnen eine Auswahl an Filmen zur Verfügung, mit denen Sie die Themenpalette der JugendFilmTage "Sexualität, Liebe, Freundschaft und HIV/ Aids" hervorheben und mit den Schulklassen bearbeiten können. Darüber hinaus gibt es viele weitere Filme, die sich für den Einsatz mit Jugendlichen gut eignen. Die Bewertung der Filme und Entscheidung darüber können Sie in Ihrem Netzwerk treffen.

Die Filme erhalten Sie von den jeweiligen Filmverleihfirmen, die Ihnen für den Einsatz bei Ihren JugendFilmTagen eine Vorführlizenz gegen eine entsprechende Lizenzgebühr überlassen. Die Kontaktdaten finden Sie bei den einzelnen Filmen oder fragen Sie gegebenenfalls bei Ihrem Kino nach.

Die BZgA unterstützt Sie gerne mit kostenfreien Kinospots zur Sexualaufklärung und HIV/Aids-Prävention, die Sie im Kinosaal vor dem jeweiligen Hauptfilm ausstrahlen können, um einen thematischen Übergang zu leisten. Die aktuelle Auswahl an Kinospots und ein Ausleihformular erhalten Sie unter info@gib-aids-keine-chance.de.

Zu jedem empfohlenen Film finden Sie eine Inhaltsbeschreibung und Angaben zu Verleih und vorliegenden Formaten. Dies sind in den meisten Fällen 35mm Kinokopien und in einzelnen Fällen auch DVDs. Vermehrt stellen Kinos den Betrieb auf die digitale Vorführform um. Fragen Sie Ihr Kino nach den jeweiligen Voraussetzungen. Die lieferbaren Formate erfahren Sie bei den Filmverleihern. Die Verleiher geben Ihnen auch Auskunft darüber, ob eine Filmkopie verfügbar ist und wie hoch die Kosten für die Ausleihe sind.

Da oft nur 1-2 Kopien eines Filmes vorhanden sind, sollten Sie frühzeitig bei den Verleihern Ihren Einsatz buchen, damit Ihnen eine Kopie reserviert wird.

Die Filmkosten trägt der Kreis regionaler Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner. Je nach Alter des Filmes liegen die Kosten für einen Einsatz zwischen 50,- € und 400,- € zzgl. MwSt. Die Höhe der Kosten sprechen Sie mit dem Filmverleiher ab. Refinanzieren lassen sich diese z.B. über Sponsorinnen und Sponsoren oder über Eintrittsgelder pro Person.

Preise für die Filmeinsätze lassen sich meist verhandeln. Viele Verleiher unterstützen Präventionsveranstaltungen gerne. Beschreiben Sie in Ihrer Anfrage bei den Verleihern Ihr präventives Anliegen sowie den "Non Profit" - Charakter der Veranstaltung. Wenn Sie die Filmausleihe direkt über das Kino organisieren, erhalten Sie möglicherweise bessere Konditionen. Fragen Sie doch einfach mal bei Ihren Kinopartnern nach.

Das alle Filme unpünktlich geliefert werden, ist unwahrscheinlich, da diese oftmals von verschiedenen Filmverleihern kommen. Sollte aber doch einmal ein Film fehlen und Sie stellen es mindestens einen Tag vor den Kinotagen fest, bitten Sie die Filmverleiher, den Film per Express (overnight) an Ihr Kino zu schicken.

Wenn die Kinotage bereits angebrochen sind, müssen Sie versuchen, die betroffenen Schulklassen zu „begütigen“. In Absprache mit Ihrem Kinobetreiber gibt es verschiedene Möglichkeiten: Sie können den Klassen

  1. den ausgefallenen Film zu einem anderen Termin im Kino vorführen,
  2. einen Film aus dem laufenden Kinoprogramm anbieten,
  3. den Film per DVD, für die Ausstrahlung und Nutzung im Unterricht zur Verfügung stellen.

Finanzen und Sponsoring

Für die Finanzierung von Sachleistungen, Hauptgewinnen oder Preisen können manchmal z.B. Spar- oder Krankenkassen gewonnen werden. Jugendgerechte Preise können dabei beispielsweise Kinofreikarten, Klassengutscheine für das örtliche Schwimmbad, Kletter-/ Erlebnisparks, Tagesausflüge und Busreisen sein.

Argumentieren Sie bei der Anfrage an die Sponsoren mit der Altersgruppe der Jugendlichen, für die der Preis bestimmt ist. Dadurch können sich die Sponsor/-innen mit Ihrer Hilfe und der Umsetzung der JugendFilmTage einer stark umworbenen Zielgruppe präsentieren.

Bewerbung

Je nach Größe der Schulen, empfehlen sich je 10-20 Bewerbungsflyer. Kalkulieren Sie zusätzlich Flyer für alle beteiligten Beratungsstellen und Institutionen, den Veranstaltungsort, zum Verteilen bei Schulveranstaltungen, für Pressemappen und eine weitere Reserve mit ein.

Bedenken Sie, dass das Nachdrucken viel kostspieliger ist als gleich mehr zu drucken. Halten Sie ein gewisses Kontingent als Reserve.

Plakate erregen, wenn sie ansprechend gestaltet sind, zusätzliche Aufmerksamkeit zu Faltblättern. Werden sie an strategisch wichtigen Orten (Lehrerzimmer, Aula, Kino etc.) angebracht, erreichen Sie schneller mehr Menschen als einzelne Faltblätter. Aber bitte fragen Sie stets vorher nach, ob Sie Plakate anbringen dürfen. Mit einer Kombination aus persönlich überreichten Faltblättern und strategisch platzierten Plakaten erzielen Sie die größte mögliche Sichtbarkeit.

Hier finden Sie entsprechendes Material zur Gestaltung eines eigenen Flyers.

Mitmach-Aktionen

Mitmach-Aktionen ermöglichen einen spielerisch-lockeren Zugang zu der Zielgruppe der JugendFilmTage, um über eventuell sensible Themen ins Gespräch zu kommen. Der Einstieg über z.B. das Drehen eines Glücksrades oder das Setzen einer Spielfigur lässt Hemmschwellen viel schneller sinken.

Die Bearbeitungs- und Auslieferzeit der Materialien wie Give-Aways oder auch der Kinospots der BZgA benötigt einen Vorlauf von circa 4 Wochen. Sollten dennoch einmal BZgA-Medien und Materialien nicht rechtzeitig eintreffen, wenden Sie sich bitte so schnell wie möglich an die BZgA unter info@gib-aids-keine-chance.de und schildern die Schwierigkeiten.

Zielgruppen

Sollte der Flyer nicht angekommen sein, ist ein ergänzendes Mailing oder ein Fax-Versand an alle Schulen empfehlenswert. Eine Presseankündigung kann noch einmal explizit auf die Veranstaltung hinweisen.

Damit erreichen Sie eine nachhaltige Einbindung der Schulklassen und ggf. eine thematische Reihe in der lokalen Presse.

Versuchen Sie, im Vorfeld der Fortbildung von Lehrkräften zu erfahren, was an deren Schulen die derzeit vorherrschenden Themen sind. Handelt es sich z.B. um Fälle von Teenagerschwangerschaften oder ist das Thema Mobbing und Homophobie eher präsent.

Beziehen Sie sich in Ihrer Ankündigung darauf. Themen, die den Arbeitsbezug wiederspiegeln, sind in der Regel die stärkeren „Zugpferde“. Darüber hinaus kann es erfolgversprechend sein, die Fortbildung an entsprechender Stelle zertifizieren zu lassen, so dass die Lehrkräfte Fortbildungspunkte dafür erhalten. Dies stellt einen weiteren Anreiz dar.

Presse-/Öffentlichkeitsarbeit

Unter www.jugend-film-tage.de finden Sie zahlreiche Module und Textbausteine für Anschreiben an die Repräsentantinnen und Repräsentanten. Auch stellt Ihnen die BZgA Checklisten als Hilfestellung für die Organisation Ihrer Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung. Empfehlenswert ist eine Eröffnung Ihrer JugendFilmTage im Kinosaal durch die Schirmherrin bzw. den Schirmherrn.

Ihre Anfrage sollten Sie möglichst frühzeitig stellen, um den Termin für Ihre JugendFilmTage im Kalender Ihrer Schirmherrin oder Ihres Schirmherrn zu reservieren.