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LIEBESLEBEN Kampagnenevaluation

Da wirksame HIV-Prävention nur auf einer wissenschaftlich fundierten Basis möglich ist, werden die Gesamtaktivitäten sowie die einzelnen Medien und Maßnahmen der BZgA seit dem Start der Kampagne GIB AIDS KEINE CHANCE intensiv wissenschaftlich begleitet.

Eine zentrale Frage bei der Prävention von HIV/STI/Aids ist die nach der Qualität und Wirkung der einzelnen Maßnahmen und Interventionen sowie der gesamten Kampagne: Wie kann deren Qualität gesichert und gesteigert werden, wie können die Präventionsstrategien optimal gestaltet und somit die Ressourcen so effektiv wie möglich genutzt werden?

Zum einen werden Einzelmaßnahmen wie zum Beispiel Plakatmotive und TV- und Kinospots bereits vor ihrem Einsatz detaillierten Zielgruppentests unterzogen. Geprüft wird, ob und wie die Botschaften wahrgenommen, verstanden und akzeptiert werden. Denn nur wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, kann eine Maßnahme im gewünschten Sinne wirksam werden.

Zum anderen werden die Erreichbarkeit der Bevölkerung mit den HIV-Aufklärungsmaßnahmen sowie die Wirksamkeit der Maßnahmen in Bezug auf Wissen, Einstellungen und Verhalten untersucht. Dies geschieht mit der von der BZgA seit 1987 jährlich durchgeführten Repräsentativuntersuchung „Aids im öffentlichen Bewusstsein“. Darin wird im Einzelnen untersucht

  • wie sich die Wahrnehmung von HIV und Aids durch die Bevölkerung entwickelt,
  • ob HIV und Aids noch als gesundheitliche Bedrohung wahrgenommen werden,
  • inwieweit die Bevölkerung von den verschiedenen Aufklärungsmaßnahmen der Kampagne erreicht wird und die Informationsangebote nutzt,
  • wie das für die HIV/STI-Prävention notwendige Wissen ausgeprägt ist,
  • in welchem Ausmaß sich die Menschen durch die Verwendung von Kondomen vor dem HI-Virus schützen,
  • ob Menschen mit HIV und Aids in der Bevölkerung ausgegrenzt werden oder aber als Menschen angesehen werden, die solidarische Zuwendung und Hilfe benötigen.

Die Daten werden als mittel- und langfristige Trends aufbereitet, teils für die Allgemeinbevölkerung, teils für Gruppen mit besonderer Bedeutung für die Prävention wie zum Beispiel Jugendliche, 16- bis 44-jährige Alleinlebende, Personen mit mehreren Sexualpartnerinnen oder -partnern und Männer, die Sex mit Männern haben.

Ergebnisse

Die Ergebnisse aus „Aids im öffentlichen Bewusstsein“ zeigen, dass

  • bereits kurz nach dem Start der HIV-Aufklärungskampagne ein hoher Informationsstand in der Bevölkerung erreicht und in der Folge aufrecht erhalten werden konnte,
  • sehr schnell ein positives Meinungsklima zu Menschen mit HIV und Aids entstand, in dem Stigmatisierungstendenzen deutlich abnahmen,
  • der Schutz vor HIV-Übertragung durch Kondomnutzung langsam, aber stetig anstieg.

Zur Studie „Aids im öffentlichen Bewusstsein“