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09.09.2009: Stellungnahme der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Wirksame AIDS-Prävention muss auf wissenschaftlich gesichertem Boden stehen und Diskriminierung ausschließen. Schock- und Horrorbilder sind für die Prävention kontraproduktiv.

Angesichts der aktuellen öffentlichen Debatte um neue und bewusst schockierende Motive zur AIDS-Thematisierung weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Versachlichung der Diskussion auf folgende Fakten hin:

  • Die in Deutschland seit mehr als 25 Jahren etablierte Aidsprävention wirkt: heute ist Deutschland in Westeuropa das Land mit den niedrigsten Infektionsraten pro Million Einwohner, die Zahl der HIV-Neuinfektionen hat sich 2008 nach vielen Jahren des leichten Anstieges nicht mehr signifikant erhöht, das Schutzverhalten sowie die Kondom-Verkaufszahlen sind so hoch wie noch nie.
  • Die Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen basiert auf den jeweils aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Maßnahmen und Kampagnen werden wissenschaftlich evaluiert, die Effekte nachvollziehbar geprüft und die Ergebnisse öffentlich zur Verfügung gestellt.
  • Alle verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass Schock- und Horrormotive und damit Angstauslösung zwar kurzzeitige Aufmerksamkeit erzeugen können, aber mittel- und langfristig kontraproduktiv und damit schädlich für das erklärte Ziel der Senkung der HIV-Zahlen sind.
  • Wirksame Prävention muss lebensnahe Schutzmöglichkeiten benennen, die von den angesprochenen Menschen in ihr eigenes Sexualleben integriert werden können. Das eindeutige Verständnis dieser Botschaften ist vor der Veröffentlichung und des Einsatzes der Maßnahme wissenschaftlich abzusichern.
  • Wichtiges Ziel der Arbeit unserer Institution ist die Festigung eines gesellschaftlichen Klimas gegen Diskriminierung und Ausgrenzung Betroffener und Gefährdeter. Die Gleichsetzung von Menschen mit "Massenmördern" oder ähnlich negativ besetzten Bildern ist nach unserer festen Überzeugung auch und besonders unter diesem Blickwinkel unzulässig und menschenverachtend.
Statement of the Federal Centre for Health Education
Statement of the Federal Centre for Health Education

englische Fassung, pdf-Dokument / english Version, pdf-document



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